Ein Brüsseler Gericht hat Polen und Rumänien diese Woche zur Zahlung ausstehender COVID-Impfstoffbestellungen verurteilt. Für BioNTech und Partner Pfizer ist das ein finanzieller Erfolg — und er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen gleichzeitig seine Führungsstruktur grundlegend neu aufstellt.
1,9 Milliarden Euro aus Impfstoffstreit
Das Brüsseler Gericht entschied am 1. April, dass Polen 1,3 Milliarden Euro und Rumänien 600 Millionen Euro für bestellte Comirnaty-Dosen zahlen müssen. Pfizer hatte beide Länder 2023 wegen „anhaltenden Vertragsbruchs“ verklagt, nachdem sie die Abnahme von Millionen Impfdosen verweigert hatten.
Das Gericht wies die Argumente beider Regierungen zurück — weder die behauptete Unbilligkeit der Vertragsbedingungen noch veränderte Umstände während der Pandemie wurden als Kündigungsgrund anerkannt. Polen kündigte an, alle verfügbaren Rechtsmittel einzulegen. Rumäniens Gesundheitsminister erklärte offen, sein Ministerium habe die Mittel derzeit nicht und müsse auf den Staatshaushalt zurückgreifen.
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Ob die Urteile tatsächlich vollstreckt werden können, bleibt damit offen. Zudem steht Ungarn am 16. April in einem vergleichbaren Verfahren vor Gericht, in dem Pfizer rund 60 Millionen Euro plus Zinsen fordert.
Umbau an der Spitze
Parallel läuft die Vorbereitung auf die Hauptversammlung am 15. Mai 2026, die virtuell stattfindet. Die Aktionäre sollen unter anderem über eine Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf acht Mitglieder abstimmen. Als neue Kandidaten schlägt der Aufsichtsrat Dr. Susanne Schaffert und Prof. Dr. Iris Loew-Friedrich vor — beide mit Schwerpunkt Onkologie und klinische Entwicklung.
Auf der Tagesordnung steht außerdem ein neues genehmigtes Kapital 2026 von bis zu rund 129,5 Millionen Euro, entsprechend 50 Prozent des aktuellen Grundkapitals. Der gesamte Bilanzgewinn 2025 von rund 6,9 Milliarden Euro soll vorgetragen werden — eine Ausschüttung ist nicht geplant.
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Umsatzrückgang, aber volle Kassen
Das Finanzbild bleibt zweigeteilt. BioNTech verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 2,87 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet das Unternehmen Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro — ein weiterer Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Gleichzeitig verfügt BioNTech über Liquiditätsreserven von rund 17,2 Milliarden Euro, die den laufenden Transformationsprozess absichern. Gründer-CEO Ugur Sahin und CMO Özlem Türeci werden das Unternehmen bis Ende 2026 verlassen, um ein neues mRNA-Unternehmen zu gründen. Die Suche nach Nachfolgern läuft.
Onkologie als nächster Wachstumstreiber
Das Herzstück der Neuausrichtung ist die Onkologie-Pipeline. BioNTech plant bis Jahresende 15 laufende Phase-3-Studien in der Krebsforschung. Besonders im Blick steht die PRESERVE-003-Studie für den Anti-CTLA-4-Antikörper Gotistobart beim Plattenepithelkarzinom der Lunge, zuletzt beim Europäischen Lungenkrebskongress in Kopenhagen präsentiert. Kommerzielle Umsätze aus der Pipeline erwartet das Management für 2026 jedoch noch nicht.
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