BioNTech zieht im Patentstreit mit Moderna die nächste Karte. Über die Tochter CureVac Manufacturing hat der Mainzer Konzern eine neue Klage vor dem Einheitlichen Patentgericht in Den Haag eingereicht. Im Kern geht es um Technologie, die bei der Herstellung von Modernas Covid-Impfstoff Spikevax eine zentrale Rolle spielt.
Streit um mRNA-Reinigung
Die Klage richtet sich gegen Moderna und mehrere europäische Tochtergesellschaften. Angegriffen wird die Nutzung eines europäischen Patents, das ein Verfahren zur Herstellung und Reinigung von RNA beschreibt. Dabei steht die sogenannte Tangentialflussfiltration im Mittelpunkt.
Für Außenstehende klingt das technisch. Für mRNA-Impfstoffe ist es entscheidend. Die Reinigung beeinflusst, wie effizient und rein das Endprodukt ausfällt. Genau solche Prozesspatente können deshalb in Lizenzverhandlungen erhebliches Gewicht bekommen.
Der neue Schritt läuft parallel zu bereits bestehenden Verfahren in den USA. Nach der vollständigen Übernahme von CureVac im Jahr 2025 hat BioNTech Zugriff auf ein breiteres Patentportfolio. Der Deal hatte ein Volumen von rund 1,25 Milliarden Dollar und verschob die Kräfte im mRNA-Sektor spürbar.
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Moderna-Vergleich setzt Maßstab
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Moderna hatte sich im März 2026 mit Arbutus Biopharma auf einen Vergleich über 2,25 Milliarden Dollar geeinigt. Dort ging es um Patente für Lipid-Nanopartikel, also eine andere Schlüsseltechnologie für mRNA-Produkte.
Solche Vergleiche zeigen, wie wertvoll Schutzrechte nach dem Pandemieboom bleiben. Auch wenn die Nachfrage nach Covid-Impfstoffen deutlich schwächer ist, können Patente weiter Einnahmen bringen oder Verhandlungspositionen absichern. Kein Wunder, dass BioNTech seine Rechtsposition nun offensiver nutzt.
Für BioNTech geht es dabei nicht nur um mögliche Schadenersatzzahlungen. Ein Erfolg vor dem Einheitlichen Patentgericht könnte auch die Basis für künftige Kreuzlizenzen stärken. Gerade in einem Feld, in dem wenige Unternehmen über ähnliche Plattformtechnologien verfügen, ist juristische Schlagkraft ein strategischer Faktor.
Vergütung setzt auf Kursleistung
Parallel hat BioNTech neue aktienbasierte Vergütungen für Führungskräfte offengelegt. Finanzchef Ramon Zapata Gomez erhielt 15.103 Performance Share Units sowie 18.879 Aktienoptionen. Der Ausübungspreis der Optionen liegt bei 89,38 Euro.
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Die Struktur ist klar auf relative Kursentwicklung ausgerichtet. Die Performance Share Units hängen daran, wie sich die BioNTech-Aktie im Vergleich zum Nasdaq Biotechnology Index schlägt. Die Zuteilung erfolgt über mehrere Jahre und bleibt an Leistungsziele sowie die weitere Tätigkeit im Unternehmen gekoppelt.
Auch weitere Führungskräfte erhielten vergleichbare Pakete. Damit verknüpft der Aufsichtsrat die Vergütung stärker mit einer Outperformance gegenüber dem Biotech-Sektor. Das passt zur aktuellen Phase: BioNTech muss den Übergang vom Pandemiegeschäft zu einer breiteren Pipeline glaubwürdig finanzieren und liefern.
Operativ bleibt die Lage anspruchsvoll. Im ersten Quartal 2026 fielen die Erlöse wegen schwächerer Covid-Nachfrage auf rund 138 Millionen Dollar. Dem steht eine hohe Liquidität gegenüber: Ende März verfügte BioNTech über etwa 19,6 Milliarden Dollar an Barmitteln.
Der Patentstreit ist damit mehr als ein Nebenschauplatz. Er schützt potenzielle Erträge aus der mRNA-Plattform, während BioNTech seine Onkologieprogramme vorantreibt. In den kommenden Monaten rücken vor allem späte Studiendaten und neue Phase-3-Programme in den Blick; Umsätze aus Krebsmedikamenten erwartet der Konzern für 2026 noch nicht.
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