Gleich zwei Belastungen treffen BioNTech in dieser Woche. Die Trump-Regierung hat ein weitreichendes Pharmazoll-Regime in Kraft gesetzt, und die gemeinsam mit Pfizer laufende COVID-19-Nachmarktstudie wurde ausgesetzt. Für ein Unternehmen, das ohnehin mitten in einem tiefgreifenden Umbau steckt, kommt das zur Unzeit.
Was die neuen Zölle bedeuten
Am 2. April 2026 unterzeichnete Präsident Trump eine Executive Order, die auf Basis von Section 232 des Trade Expansion Act erhebliche Zölle auf patentierte Pharmaprodukte und deren Wirkstoffe einführt. Begründet wird der Schritt mit nationaler Sicherheit: Rund 53 % der patentierten Medikamente und 85 % der Wirkstoffe werden laut Regierung im Ausland produziert.
Der Standardsatz liegt bei 100 %. Für Unternehmen aus der EU — und damit für BioNTech — gilt ein günstigerer Satz von 15 %. Das ist eine spürbare Entlastung gegenüber vielen Wettbewerbern, aber dennoch eine neue Kostenbelastung für alle US-gebundenen Patentprodukte.
Komplett ausgenommen sind bestimmte Kategorien: Orphan Drugs, Zell- und Gentherapien, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate sowie einige weitere Spezialprodukte. BioNTechs wachsende Onkologie-Pipeline enthält Antikörper-Wirkstoff-Konjugate — diese könnten unter den Nullzoll-Tatbestand fallen, sofern die finale Klassifizierungsguidance dies bestätigt.
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Ausweg: US-Produktion oder Preisabkommen
Das Zollregime lässt Spielraum. Unternehmen, die bis Januar 2029 neue US-Produktionsstätten errichten und Preisvereinbarungen mit dem Gesundheitsministerium abschließen, können vollständig von den Zöllen befreit werden. Wer sich in Verhandlungen befindet und aktiv onshort, zahlt zunächst 20 % — mit einer Eskalation auf 100 % nach vier Jahren, falls keine Einigung zustande kommt.
Für BioNTech könnte ein solcher Schritt strategisch sinnvoll sein. Das Unternehmen baut ohnehin seine mRNA-Produktionskapazitäten um: Der Standort in Singapur, 2022 von Novartis übernommen, wird bis Ende Februar 2027 geschlossen, 85 Stellen fallen weg. Eine Verlagerung in Richtung USA würde zur laufenden Restrukturierung passen.
Finanzieller Puffer, aber wachsender Druck
Die Rahmenbedingungen sind anspruchsvoll. BioNTech erwartet für 2026 einen Umsatzrückgang von rund 25 % auf 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro — nach einem Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025. Die Liquiditätsreserve von rund 17,2 Milliarden Euro gibt dem Unternehmen jedoch erheblichen Handlungsspielraum, den kleinere Biotechs in dieser Situation nicht hätten.
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Zusätzlich zum Zollthema haben Pfizer und BioNTech eine behördlich angeordnete Nachmarktstudie zum COVID-19-Impfstoff ausgesetzt. Grund ist eine zu geringe Rekrutierungsquote infolge schwacher COVID-Fallzahlen. Sicherheitsbedenken bestehen laut den Unternehmen nicht. Die Studie wäre eigentlich Grundlage für die FDA-Beratung zur Impfstoffzusammensetzung im Herbst gewesen — ein Beratungstreffen des zuständigen Ausschusses ist für Mai geplant.
Wells Fargo hat BioNTech am 2. April mit einem Kaufvotum bewertet, ohne dabei ein konkretes Kursziel zu nennen.
Am 15. Mai findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Neben der Onkologie-Strategie stimmen die Aktionäre über eine Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf acht Mitglieder ab — mit dem Ziel, zusätzliche Expertise in Onkologie, Marketing und klinischer Entwicklung einzubinden.
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