Bitcoin trotzt der negativen Stimmung und klettert zurück über wichtige Marken. Nach einem Rücksetzer zu Wochenbeginn notiert die Kryptowährung aktuell bei 64.682 USD. Dabei scheint ein kontroverser Indikator den Bullen erneut in die Karten zu spielen.
Anfang August kündigte TV-Moderator Jim Cramer den Verkauf seiner Bitcoin-Positionen an. Er begründete den Schritt mit Risiken durch Quantencomputer. Viele Trader reagierten prompt mit Käufen — das Phänomen ist in der Szene als „Inverse Cramer“ bekannt.
Die Angst vor dem Quantensprung
Inhaltlich löste Cramers Ausstieg eine Debatte über die Netzwerksicherheit aus. Er bezog sich dabei auf Gespräche mit der IBM-Führung. Experten halten die Gefahr durch überlegene Rechenpower für verfrüht. Tom Lee von Fundstrat betont, dass Quantenrechner heutige Verschlüsselungen erst in Jahren knacken könnten. Aktuell fehlen zwar Updates für quantenresistente Protokolle, doch der Markt gewichtet die Bedrohung als rein theoretisch.
Derweil stützen massive Zuflüsse in US-ETFs den Kurs. Allein am Mittwoch flossen rund 244 Millionen USD in diese Produkte. Damit summiert sich das Volumen im laufenden Monat bereits auf über 600 Millionen USD. Diese institutionelle Nachfrage wirkt wie ein Puffer gegen Verkäufe an anderer Stelle.
Verkäufe werden aufgesogen
Parallel dazu veräußerte das Softwarehaus MicroStrategy 1.638 BTC. Das Unternehmen benötigt das Kapital für Dividenden und Aktienrückkäufe. Firmengründer Michael Saylor stellte jedoch klar, dass er seine privaten Bestände behält. Diese Nachricht beruhigte die Marktteilnehmer sichtlich.
Politisch droht unterdessen Stillstand in Washington. Der US-Senat geht ab dem 7. August in die Sommerpause, ohne über den wichtigen CLARITY Act abzustimmen. Analysten von Bitwise werten das Ausbleiben einer gesetzlichen Klärung zwar als kurzfristige Bremse für vorsichtiges Kapital. Das stetige Wachstum der regulierten Finanzprodukte kompensiere das fehlende Regelwerk jedoch zunehmend.
Bitcoin kämpft nun mit der psychologischen Hürde von 65.000 USD. Der Kurs liegt derzeit rund 2,26 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 63.252 USD. Am 8. August steht eine Anpassung der Mining-Schwierigkeit an, die den Druck auf ineffiziente Betreiber leicht erhöhen dürfte. Eine stabile Entwicklung über das Wochenende könnte den Weg Richtung 67.000 USD ebnen.
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