Bitcoin zeigt sich heute stabil, nachdem die neuesten US-Inflationsdaten und Berichte über massive Verkäufe durch Krypto-Miner die Marktstimmung geprägt haben. Mit einem aktuellen Kurs von 63.417,00 USD verzeichnet die Kryptowährung eine marginale Tagesveränderung von -0,1 %. Trotz einer leichten Abkühlung der US-Teuerung im Juli blieb ein signifikanter Preissprung bisher aus.

Inflationsdaten und Zinserwartungen der Fed

Gestern veröffentlichte Daten beziffern den US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli auf 3,4 % im Jahresvergleich, während die Kernrate bei 2,5 % lag. Obwohl sich die Inflation damit leicht abgeschwächt hat, taxiert das Tool FedWatch die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September auf 40 %. Der Fed-Vorsitzende Warsh hält derweil an einer Zinsspanne von 3,50 % bis 3,75 % fest, während das langfristige Ziel der Notenbank bei 2 % verharrt.

Diese geldpolitische Unsicherheit lastet auf risikobehafteten Anlagen. Analysten weisen darauf hin, dass die Unterstützung bei 63.000 USD zunehmend unter Druck gerät, da die Erholungsbewegungen nach Kursrücksetzern zuletzt an Dynamik verloren haben.

Miner-Verkäufe und institutionelles Interesse

Ein wesentlicher Bremsklotz für die Kursentwicklung scheinen die Aktivitäten der Krypto-Miner zu sein. Im laufenden Jahr haben börsennotierte Mining-Unternehmen bereits 28.000 Bitcoin im Wert von etwa 1,78 Milliarden USD veräußert.

Medienberichten zufolge liegen die durchschnittlichen Produktionskosten mit 74.300 USD derzeit deutlich über dem aktuellen Marktpreis. Dies zwingt viele Betreiber zu Verkäufen oder dazu, ihre Rechenkapazitäten verstärkt in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) umzuschichten. Riot Platforms schloss in diesem Zusammenhang bereits einen umfangreichen Infrastruktur-Deal mit dem Unternehmen Anthropic ab.

Kontrastiert wird dieser Verkaufsdruck durch das Interesse institutioneller Investoren. In der vergangenen Woche flossen den US-Spot-ETFs netto 865,3 Millionen USD zu. Auch staatliche Institute wie die National Bank of Canada engagieren sich verstärkt; sie meldete zuletzt Positionen in Höhe von rund 6,4 Millionen USD in verschiedenen Bitcoin-ETFs von Anbietern wie ProShares und Fidelity.

Technische Marken und Sicherheitsrisiken

Belastend wirkten zuletzt geopolitische Spannungen im Nahen Osten, insbesondere im Bereich der Straße von Hormuz, was den Kurs zeitweise unter die Marke von 64.500 USD drückte. Zudem meldete Galaxy Research einen Sicherheitsvorfall bei der Coldcard-Wallet, bei dem 1.596 Bitcoin entwendet wurden.

Technisch betrachtet notiert Bitcoin derzeit mit einem Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von -9,1 %. Die Analysten von Glassnode weisen darauf hin, dass der Markt aktuell unter der durchschnittlichen Kostenbasis von 68.700 USD handelt.

Während erste Unterstützungszonen bei 62.000 USD ausgemacht werden, müsste für einen nachhaltigen Aufwärtstrend zunächst der Widerstand im Bereich von 67.000 USD überwunden werden. Anleger blicken nun auf die für morgen angekündigte Abstimmung der US-Börsenaufsicht SEC über neue Krypto-Regulierungen.