Dreizehn Tage in Folge zogen Investoren massiv Kapital aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ab. Nun dreht die Stimmung. Am 12. Juni flossen netto knapp 86 Millionen US-Dollar in die Anlagevehikel. Zuvor hatten Marktteilnehmer seit Mitte Mai mehr als 4,4 Milliarden US-Dollar abgezogen.

BlackRocks iShares Bitcoin Trust trieb diese Erholung an. Der Fonds sammelte fast 58 Millionen US-Dollar ein. Fidelity folgte mit 18 Millionen US-Dollar.

Der Bitcoin-Kurs reagierte prompt auf die frischen Zuflüsse. Aktuell notiert die Kryptowährung bei rund 63.552 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesplus von gut drei Prozent. Dennoch bleibt der Abstand zum Rekordhoch von 126.080 US-Dollar gewaltig.

Frisches Kapital und neue Fonds

Die US-Börsenaufsicht SEC genehmigte zeitgleich den T. Rowe Price Active Crypto ETF. Dieser neue Fonds hält zwischen fünf und 15 verschiedene Krypto-Werte. Neben Bitcoin liegen auch Ethereum und Solana im Portfolio. Der Vermögensverwalter betreut über 1,8 Billionen US-Dollar. Dieser Schritt normalisiert digitale Assets in klassischen Portfolios weiter.

Parallel dazu stockte MicroStrategy seine Bestände massiv auf. Das Unternehmen von Michael Saylor kaufte weitere 1.550 Bitcoin. Dafür zahlte der Softwarekonzern rund 101 Millionen US-Dollar. Damit hält MicroStrategy nun etwa vier Prozent der maximalen Bitcoin-Umlaufmenge.

Beschlagnahmung und Mining-Erleichterung

Auf juristischer Seite sorgte das US-Justizministerium für Aufsehen. Die Behörde beschlagnahmte 127.271 Bitcoin mit einem Wert von etwa 15 Milliarden US-Dollar. Diese Gelder stammen aus groß angelegten Betrugsnetzwerken.

Der breite Kryptomarkt steckt derzeit in einer Phase extremer Angst. Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf einen Wert von 13. Entlastung für das Netzwerk naht allerdings. Die Schwierigkeit beim Bitcoin-Mining sinkt am 14. Juni um voraussichtlich elf Prozent. Das senkt den operativen Druck auf die Schürfer.

Marktteilnehmer blicken nun auf die kommende Sitzung der US-Notenbank. Am 16. und 17. Juni entscheidet die Fed über die weiteren Zinsen. Dieser Zinsentscheid wird die Liquidität für riskante Anlagen wie Bitcoin direkt steuern. Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung von 2,21 Billionen US-Dollar steht damit auf dem Prüfstand.