Starke Aktienmärkte, sinkende Ölpreise, nachlassende geopolitische Spannungen — eigentlich ein gutes Umfeld für Risikoassets. Bitcoin spielte diese Woche nicht mit.
Die führende Kryptowährung verlor in der Woche bis zum 29. Mai rund 4,4 Prozent gegenüber dem US-Dollar und lag zuletzt knapp unter 74.000 Dollar. Bemerkenswert dabei: Der S&P 500 verbuchte zeitgleich seinen neunten Wochengewinn in Folge — die längste derartige Serie seit 2023. Bitcoin entkoppelte sich vom breiten Risikoappetit.
ETF-Zuflüsse als Gradmesser
Der entscheidende Faktor ist die nachlassende Nachfrage aus den Spot-Bitcoin-ETFs. Seit Wochen gelten institutionelle Zuflüsse in diese Produkte als wichtigster Stimmungsindikator für den Markt. Kühlen sie ab, fehlt dem Kurs der wichtigste Käufer. Genau das passiert gerade.
Hinzu kommen regulatorische Unsicherheiten. JPMorgan-Chef Jamie Dimon erneuerte seine Kritik am geplanten Digital Asset Market Clarity Act, der die Aufsicht über digitale Assets zwischen SEC und CFTC aufteilen würde. Der Gesetzentwurf steht in den kommenden Monaten zur Senate-Abstimmung — ein offener Ausgang, der Investoren vorsichtig stimmt.
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Wie lange dauert der Gegenwind?
CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju warnte öffentlich, der aktuelle Abwärtstrend könnte bis Anfang 2027 anhalten. Seine Begründung: Historische Gewinnmitnahme-Zyklen dauerten typischerweise rund 18 Monate, bevor sich unrealisierte Gewinne im Markt wieder aufzubauen beginnen. Den Startpunkt der aktuellen Schwächephase setzt er auf Oktober 2025, als nach der vorangegangenen Rally die ersten größeren Verkäufe einsetzten.
Kein einheitliches Bild allerdings. CryptoQuants eigener Bull-Bear-Cycle-Indikator drehte Anfang Mai erstmals seit 2023 ins Positive. Einige Analysten sehen den Zyklustiefpunkt bereits als etabliert an.
Das Ergebnis ist ein Markt, der sich gegensätzliche Signale schickt. ETF-Nachfrage und regulatorische Klarheit bleiben die zwei Variablen, an denen sich entscheiden dürfte, ob die Schwäche aus dem Mai ein kurzes Intermezzo war oder der Beginn einer längeren Konsolidierungsphase bis tief ins zweite Halbjahr 2026.
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