Ein schwerer regulatorischer Dämpfer in Washington bremst die Marktteilnehmer bei Bitcoin aus. Im US-Senat scheiterte am Dienstag ein wichtiges Verfahrensvotum zum sogenannten CLARITY Act.

Der Gesetzentwurf sollte erstmals verbindliche Leitlinien und rechtliche Rahmenbedingungen für die Digital-Asset-Branche etablieren. Durch das Scheitern der Abstimmung zur Debattenbeendigung bleibt der rechtliche Status vieler Kryptowerte in den Vereinigten Staaten weiterhin ungeklärt.

Die Krypto-Leitwährung reagiert verhalten auf das politische Signal. Der Kurs notiert bei 76.309,00 USD und verzeichnete heute eine minimale Bewegung von 0,2 Prozent. Zwar hält sich der Wert damit noch 8,6 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt, doch die erhoffte Klarheit für institutionelle Investoren bleibt vorerst aus.

Makroökonomischer Druck und ETF-Abflüsse

Die politische Hängepartie trifft auf ein ohnehin angespanntes makroökonomisches Umfeld. Gestern stand die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve an.

Bereits im Vorfeld spiegelten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, die am 13. September ein Niveau von 4,97 Prozent erreichten, ein anhaltend restriktives Zinsumfeld wider. Steigende Zinsen erhöhen traditionell die Opportunitätskosten renditeloser Anlagen und erschweren Kursgewinne am Kryptomarkt.

Dieser Gegenwind hinterlässt auch bei den börsengehandelten Indexfonds Spuren. Nachdem die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs am 3. September noch Nettozuflüsse von 731 Millionen Dollar verzeichneten – getrieben vor allem vom iShares Bitcoin Trust mit 454 Millionen Dollar –, drehte sich die Dynamik in der vergangenen Woche.

Zwischen dem 8. und 11. September zogen Anleger unter dem Strich 462,7 Millionen Dollar aus den Produkten ab. Allein am 8. September verlor der Grayscale-Fonds 65,5 Millionen Dollar, während bei Fidelity 17,1 Millionen Dollar abflossen.

Sicherheitsvorfall und neue Handelswege

Zusätzliche Verunsicherung brachte ein Sicherheitsvorfall im Umfeld des Bitcoin-Ökosystems. Das Liquid Network, eine für Börsentransfers genutzte Sidechain von Blockstream, meldete Anfang September einen Angriff, bei dem rund 4.000 von 4.200 Bitcoin aus einer Wallet entwendet wurden.

Zwar gaben die Hacker am 7. September 3.400 Einheiten zurück und behielten 600 Einheiten als Finderlohn ein, das Ereignis rückt Fragen der Verwahrungsinfrastruktur jedoch wieder in den Mittelpunkt.

Trotz der Hürden gibt es vereinzelte Integrationsschritte auf institutioneller Ebene. Die US-Derivateaufsicht CFTC genehmigte qualifizierten amerikanischen Instituten am 10. September den direkten Handel von Bitcoin-Perpetual-Futures an der Singapore Exchange.

Für eine breitere Markterholung dürften Marktteilnehmer nun jedoch auf verlässlichere makroökonomische Vorgaben blicken: Am 30. September veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis die revidierten PCE-Inflationsdaten.