Bitcoin kommt nicht von der Stelle. Am Dienstag rutschte der Kurs wieder unter 82.000 Dollar, zuletzt notierte die Kryptowährung bei rund 81.400 Dollar, gut 1,4 Prozent im Minus. Seit dem Rückgang Anfang Oktober gelingt keine nachhaltige Erholung.
Öl und Inflation belasten
Die Gründe liegen weniger im Kryptomarkt selbst als in der Makrolage. Die Ölpreise ziehen nach Angriffen auf saudi-arabische Infrastruktur wieder an. Die US-Inflation lag im September bei 3,7 Prozent nach 3,4 Prozent im August. Beides nährt Spekulationen über eine straffere Geldpolitik.
Die Fed tagt am 27. und 28. Oktober. Laut FedWatch-Daten liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung dort bei 18 Prozent, für Dezember preisen Händler 75 Prozent ein. Höhere Zinsen belasten Anlagen ohne laufenden Ertrag wie Bitcoin.
Hinzu kommen Abflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs. Bis zum 19. Oktober zogen Anleger gut 228 Millionen Dollar ab. Beschrieben wird die Lage als langsames Ausbluten, nicht als Liquidationskaskade.
Unternehmen kaufen weiter zu
Während Fonds Kapital abziehen, stocken Unternehmen ihre Bestände auf. Strive erwarb zwischen dem 12. und 16. Oktober 4.045 Bitcoin für 335 Millionen Dollar. Der Bestand steigt auf 36.818 Bitcoin.
Strive-Chef Matt Cole will bis Jahresende zweitgrößter börsennotierter Halter werden. Dafür fehlen noch etwa 7.200 Coins zu Metaplanet mit rund 44.000 und Twenty One mit 43.514 Bitcoin.
Marktführer Strategy bremst dagegen. Das Unternehmen kaufte in der Woche nur 267 Bitcoin und steckte deutlich mehr Geld in den Rückkauf eigener Vorzugsaktien. Das entsprechende Programm soll von zwei auf drei Milliarden Dollar wachsen. Strategy hält weiterhin 848.517 Bitcoin.
Neue Käufer kommen zudem aus dem Privatkundengeschäft. Erste Sparkassen bieten in ihrer App den Kauf von Bitcoin, Ether, XRP und Solana an, das Angebot stammt von der Dekabank. Weitere Institute sollen folgen.
Was die Halving-Uhr sagt
Chartanalysten blicken auf den Zyklus. Das Halving-Intervall war am 8. Oktober zu 62 Prozent abgeschlossen. Frühere Bärenmarkt-Tiefs lagen bei dieser Marke. Das Muster beruht allerdings auf nur wenigen Zyklen, und 2018 fiel der Kurs danach noch deutlich weiter.
Als Schlüsselmarke gilt das Juli-Tief bei rund 57.800 Dollar. Hält es, spräche die Uhr für ein Ende des Bärenmarkts. Ein Bruch wäre ein Hinweis auf eine letzte Abwärtswelle. Den nächsten Impuls liefert die Fed-Sitzung Ende Oktober, danach folgen am 10. November die US-Verbraucherpreise für Oktober.
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