Die Demokraten übernehmen beide Kammern des US-Kongresses, und der Kryptomarkt zuckt kaum. Bitcoin fiel in der Wahlnacht zwar auf 75.740 Dollar, notiert aber am Vormittag wieder über 78.000 Dollar. Der befürchtete Ausverkauf blieb aus.
Ergebnis war längst eingepreist
Der Grund für die Gelassenheit liegt laut Händlern im Wahlausgang selbst: Er war keine Überraschung mehr. Auf Prognoseplattformen wie Polymarket lag die Wahrscheinlichkeit für einen demokratischen Sieg im Repräsentantenhaus schon Ende Oktober bei 94 Prozent, im Senat bei 69 Prozent.
Der Kursverlauf zeigt das. Bitcoin erreichte am Dienstagabend ein Zwischenhoch bei 77.966 Dollar und gab dann parallel zu den Technologie-Futures nach. Das Tief in den frühen Morgenstunden markierte den niedrigsten Stand seit Mitte September, entsprach vom Hoch aus aber nur rund 2,9 Prozent. Ether, Solana und BNB legten am Morgen moderat zu.
Regulierung wird zur Hürde
Politisch ändert sich allerdings einiges. In den wichtigen Ausschüssen, etwa im Bankenausschuss des Senats, dürften wieder Politiker den Ton angeben, die Digitalwährungen skeptischer sehen als viele Republikaner. Initiativen für industriefreundliche Regeln dürften es schwerer haben.
Das gilt vor allem für den CLARITY Act. Er war am 15. September im Senat an der nötigen Hürde von 60 Stimmen gescheitert. Der neue Kongress tritt im Januar zusammen, ein neuer Anlauf für ein Marktstrukturgesetz wäre dann nötig. Bis dahin bleiben SEC und CFTC die maßgeblichen Aufseher.
Hinzu kommt eine schwache Nachfrage aus den USA. Negative Coinbase-Prämien deuten laut CryptoQuant darauf hin, dass amerikanische Anleger zurückhaltend kaufen.
Daten als nächster Test
Kurzfristig rücken Konjunkturdaten in den Vordergrund. Heute erscheinen um 14:15 Uhr der ADP-Bericht und um 16:00 Uhr der ISM-Index für den Dienstleistungssektor. Am Freitag folgt um 14:30 Uhr der offizielle Arbeitsmarktbericht, erwartet werden rund 65.000 neue Stellen.
Starke Zahlen könnten die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Fed am 8. und 9. Dezember stützen. Die Terminmärkte sehen eine Anhebung um 25 Basispunkte derzeit mit rund 80 Prozent Wahrscheinlichkeit. Am 10. November kommen die US-Verbraucherpreise für Oktober. Als kurzfristige Orientierungsmarke gilt das Wahlnacht-Tief bei 75.740 Dollar.
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