Michael Saylor twittert einen Bullen im Anzug, und der Markt hört zu. Der Strategy-Chef schrieb am Mittwoch auf X: „Der Bullenmarkt ruft“. Bitcoin kletterte daraufhin zeitweise auf 84.550 Dollar. Eine Prognose lieferte Saylor allerdings nicht.

Die Euphorie hielt nur kurz. Am Donnerstagvormittag notierte Bitcoin bei 82.737 Dollar und gab damit einen Teil der Gewinne wieder ab. Auf Wochensicht bleibt ein Plus von 2,81 Prozent.

Strategy kauft weiter

Die Strategy-Aktie schloss am Mittwoch 7,54 Prozent höher bei 153,48 Dollar, nach einem Plus von knapp fünf Prozent am Vortag. Das Unternehmen stockte zwischen dem 12. und 18. Oktober seine Bestände um 267 Bitcoin auf, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht. Der Gesamtbestand liegt nun bei 848.517 BTC. Der Zukauf fiel mit gut 22 Millionen Dollar vergleichsweise klein aus.

Stärker wiegt die institutionelle Nachfrage: In den vergangenen drei Handelstagen flossen 1,08 Milliarden Dollar in Bitcoin-Spot-ETFs.

Schweiz bekommt Spot-ETF

Auch regulatorisch gibt es Bewegung. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hat den Bitcoin Fund ETF von BIT Asset Management genehmigt. Er ist der erste börsengehandelte Fonds des Landes, der direkt in Bitcoin investiert, und nach Angaben des Anbieters derzeit Europas einziger Spot-Bitcoin-ETF. Der Handel an der SIX Swiss Exchange soll im November beginnen.

Anders als die verbreiteten Krypto-ETPs ist das Produkt ein Schweizer Fondsvermögen. Die Bestände sind vom Vermögen der Verwaltungsgesellschaft getrennt, auch Privatanleger in der Schweiz dürfen investieren.

Gegenwind bleibt

Der Markt steht trotz der Erholung weiter unter Druck. Hohe US-Inflation, geopolitische Spannungen und die ungewisse Zinspolitik der Fed dämpfen die Risikobereitschaft. Auch die Daten einer Zahlungsplattform zeigen die Vorsicht der Kleinanleger: Im ersten Halbjahr 2026 fiel Bitcoin um 33,2 Prozent, der Stablecoin-Anteil am Kaufvolumen stieg von 43 auf 60 Prozent.

Technisch rückt die Widerstandszone um 84.200 Dollar in den Blick. Gelingt es Bitcoin, sie dauerhaft zu überwinden, wäre Saylors Bullen-Clip mehr als ein Social-Media-Gag. Scheitert der Anlauf erneut, bleibt der Bereich um 82.700 Dollar die nächste Orientierung.