Bitcoin verharrt am Sonntag bei rund 85.000 Dollar, und doch laufen im Hintergrund gleich mehrere Entwicklungen zusammen. Die US-Börsenaufsicht öffnet die Tür für gehebelte Produkte, der Oktober gilt historisch als starker Monat, und die Erholung seit dem Sommer wirkt robust.
SEC macht den Weg für Hebel-ETPs frei
Die US-Börsenaufsicht SEC genehmigte am Freitag eine Regeländerung der Börse Cboe BZX. Damit darf sie sechs dreifach gehebelte Produkte von Volatility Shares listen. Sie bilden das Dreifache der Tagesperformance von Bitcoin, Ether, Gold, Silber, Rohöl und Erdgas ab. Bei Bitcoin und Ether läuft das Engagement über Futures, nicht über direkte Coin-Bestände.
Handelbar sind die Produkte noch nicht. Zunächst müssen Registrierungsvoraussetzungen erfüllt werden, bevor Anteile öffentlich angeboten werden können. Zuvor hatte die SEC in dieser Woche Änderungen an den Verwahrregeln für Kryptowerte vorgeschlagen, ein wichtiges Thema am Freitag.
Der Kurs bewegte sich zuletzt kaum. Nach einem kurzen Vorstoß über 87.000 Dollar zu Wochenbeginn pendelt Bitcoin in einer engen Spanne.
Saisonalität spricht für den Oktober
Historisch ist der Oktober ein guter Monat. Zwischen 2012 und 2025 schloss Bitcoin ihn in 70 Prozent der Jahre im Plus, im Schnitt legte der Kurs 18 Prozent zu.
In schwachen Jahren lag das durchschnittliche Minus bei nur 8 Prozent. Die Streuung bleibt jedoch enorm: 2022 reichte es für magere fünf Prozent, 2021 für 40 Prozent.
Der November ist weniger eindeutig. In Bullenjahren wie 2017 oder 2024 nahm die Dynamik noch zu, 2018 dagegen endete der Monat mit minus 37 Prozent. Technisch hilft, dass Bitcoin seit August seine 200-Tage-Linie verteidigt. Solange das so bleibt, sind die Voraussetzungen vergleichsweise günstig.
Zyklusdenker blicken auf 2027
Die Marktstimmung stützt ein bekanntes Muster. Auf drei starke Jahre folgt traditionell ein Einbruchsjahr rund um das Halving. Im Oktober 2025 markierte Bitcoin ein Rekordhoch, danach drehte der Markt in eine Korrektur. Zwei Verlustjahre in Folge gab es bislang nie, was Hoffnungen auf 2027 nährt.
Bemerkenswert: Im September steckte der Kurs das Scheitern des CLARITY Act im US-Senat und eine Zinserhöhung der Fed weitgehend weg. Coinbase-Chef Brian Armstrong hält an seinem Ziel von 400.000 Dollar bis 2030 fest. 21Shares rechnet im Basisszenario mit 100.000 Dollar bis Jahresende, geknüpft an sinkende Zinsen und ein Ende des US-Iran-Konflikts.
Das nächste Halving wird für April 2028 erwartet, dann sinkt die Blockbelohnung von 3,125 auf 1,5625 Bitcoin. Bis dahin dürften Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs und die Zinspolitik den Takt vorgeben. Kurzfristig liegt die Messlatte bei der 200-Tage-Linie.
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