Blue Owl Capital überrascht den Markt mit starken Quartalszahlen. Das verwaltete Vermögen wächst deutlich, obwohl das Segment für Direktkredite unter Druck steht. Anleger reagieren erleichtert und schicken die Aktie zweistellig ins Plus.

Wachstum bei Sachwerten und Neukapital

Das verwaltete Vermögen (AUM) kletterte um 15 Prozent auf 315 Milliarden US-Dollar. Vor allem das Geschäft mit Sachwerten trieb diese Entwicklung an. Insgesamt sammelte der Asset Manager im ersten Quartal elf Milliarden US-Dollar an neuem Kapital ein.

Institutionelle Investoren steuerten sechs Milliarden US-Dollar bei. Parallel dazu flossen signifikante Mittel über Private-Wealth-Kanäle zu. Die gebührenbezogenen Erträge stiegen um 14 Prozent auf 393,6 Millionen US-Dollar.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,19 US-Dollar über den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt mit 0,18 US-Dollar gerechnet. Der Umsatz erreichte derweil 753,8 Millionen US-Dollar.

Probleme im Bereich Direct Lending

Weniger glanzvoll verlief das Geschäft mit Direktkrediten. Das Segment verzeichnete einen Nettoverlust von 1,1 Prozent für den Zwölfmonatszeitraum bis Ende März. Im Vorjahr erzielte Blue Owl hier noch eine Rendite von fünf Prozent.

Zusätzlich kämpft das Unternehmen mit vermehrten Rückgabewünschen der Anleger. In der Folge begrenzte das Management zeitweise die Auszahlungen in bestimmten Fonds. Marktbeobachter werten dies als Reaktion auf die allgemeine Schwäche im Sektor für Privatkredite.

Kursreaktion und Ausblick

An der Börse sorgten die Zahlen für einen Kurssprung von über zwölf Prozent auf 9,97 US-Dollar. Dieser Zuwachs lindert den Druck der vergangenen Monate etwas. Seit Jahresbeginn verlor das Papier dennoch fast 35 Prozent an Wert.

Das Management schlägt für die Stammaktien eine Dividende von 0,23 US-Dollar vor. Die Auszahlung soll Ende Mai 2026 erfolgen. Für das gesamte Geschäftsjahr peilt der Vorstand eine operative Marge von 58,5 Prozent an.