Chinas Autonachfrage bricht BMW gerade das Genick. Um mehr als 30 Prozent stürzten die Auslieferungen in der Volksrepublik im zweiten Quartal 2026 ein. In Europa dagegen läuft es für die Münchner richtig gut – vor allem bei Elektroautos.

Auslieferungen sinken, Elektrosparte wächst kräftig

Der Konzernabsatz insgesamt schrumpfte im zweiten Quartal. Verantwortlich dafür ist fast ausschließlich das China-Geschäft. Die übrigen Märkte konnten den Einbruch nicht ausgleichen, wuchsen aber klar.

In den USA legten die Auslieferungen um gut vier Prozent zu. Das übertrifft den Gesamtmarkt. In Europa stiegen die Verkäufe sogar um 5,4 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend bei vollelektrischen Modellen. BMW lieferte im zweiten Quartal 116.807 reine Elektrofahrzeuge der Marken BMW und Mini aus. Das ist ein Plus von 5,2 Prozent. In Europa selbst fiel der Zuwachs laut Konzernangaben noch deutlich stärker aus.

Rolls-Royce mit dem stärksten Rückgang

Nicht alle Marken kamen gleich gut durch das schwierige Quartal. Rolls-Royce traf es am härtesten: Die Verkäufe der Nobelmarke sanken um 11,5 Prozent auf 1.252 Fahrzeuge.

Die Stückzahl ist klein, der Effekt auf den Konzernabsatz bleibt begrenzt. Trotzdem schwächt der Rückgang das Bild im Luxussegment und drückt auf die Margen.

Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz steht BMW dennoch besser da. Mercedes meldete für das zweite Quartal ein Minus von sechs Prozent auf 511.900 Fahrzeuge. Audi verkaufte gut acht Prozent weniger, nämlich 367.139 Autos.

Vertrieb setzt auf neue Modelle

Vertriebsvorstand Jochen Goller zeigt sich trotz der Zahlen zufrieden. „Trotz weltweiter Herausforderungen konnten wir in den USA und Europa unseren Absatz steigern“, erklärt er in einer Mitteilung.

Große Hoffnung setzt der Konzern auf die „Neue Klasse“. Für den kommenden iX3 liegen bereits rund 100.000 Bestellungen vor. Für China plant BMW zusätzlich eine Langversion mit über 900 Kilometern Reichweite nach CLTC-Norm. Der Vorverkauf startet im August 2026 zur Chengdu Auto Show.

Kurs bleibt unter Druck

Die Börse honoriert die Fortschritte im Elektrosegment bislang nicht. Die BMW-Aktie schloss am Freitag bei 58,28 Euro. Damit liegt sie nur noch 2,14 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro vom 30. Juni.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,09 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 13,53 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund 39 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 97,90 Euro aus dem Dezember trennen die Aktie mittlerweile 40,47 Prozent.

Der RSI von 31,1 signalisiert eine technisch überverkaufte Aktie. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 31,44 Prozent auf 30-Tage-Basis hoch.

Ausblick

Schon bei der jüngsten Gewinnwarnung hatte BMW den schwierigen China-Kurs als zentralen Grund genannt. Das Risiko für die kurzfristige Ergebnisentwicklung verschiebt sich damit weg von allgemeinen Konjunktursorgen. Im Fokus stehen jetzt konkrete Nachfrage- und Wettbewerbsfragen in Asien.

Wie stark das Elektrowachstum in Europa und die neuen Modelle wie der iX3 die China-Schwäche in den kommenden Quartalen kompensieren können, entscheidet über die Profitabilität des Konzerns.