Auf der Rennstrecke feiert BMW einen historischen Erfolg. Bei den 24 Stunden von Le Mans sicherte sich das Motorsport-Team die erste Poleposition seiner Geschichte. An der Börse sieht die Realität völlig anders aus. Hier kämpft die Aktie massiv um Bodenhaftung.

Dries Vanthoor stellte den Hybrid-Rennwagen auf den ersten Startplatz. Zuvor strichen die Rennkommissare die schnellste Runde eines Konkurrenten. Auch das zweite Hypercar des Herstellers überzeugte mit Platz vier. Für die Marke ist das ein wichtiges Signal. Es stärkt das Image rund um Performance und Premium-Technik.

Absturz statt Überholspur

Die Aktionäre spüren von diesem Schwung wenig. Am Freitag ging das Papier bei 67,40 Euro aus dem Handel. Damit beläuft sich das Minus seit Jahresbeginn auf fast 30 Prozent.

Der Abstand zur langfristigen 200-Tage-Linie verdeutlicht die Schwäche. Er beträgt mittlerweile gut 20 Prozent. Ein RSI-Wert von 25,1 signalisiert eine massiv überverkaufte Lage. Das Papier notiert gefährlich nah am jüngsten Jahrestief.

China bremst das Geschäft

Das operative Geschäft verursacht diese Talfahrt. Im ersten Quartal sank der Konzernumsatz auf 31 Milliarden Euro. Die wichtige operative Marge im Automobilbau erreichte lediglich fünf Prozent.

Besonders der chinesische Markt bremst den Konzern. Ein intensiver Wettbewerb und negative Währungseffekte belasten die Bilanz. Die Folge: schrumpfende Gewinne. Hinzu kommen hohe Zölle. Diese kosteten BMW im Auftaktquartal 1,25 Prozentpunkte der Marge.

Die starke Präsenz in Le Mans poliert das Markenbild auf. An der Börse zählen aber harte Fakten. Am 30. Juli veröffentlicht BMW den Halbjahresbericht. Bis dahin muss die Aktie die Tiefstmarke von 65,52 Euro zwingend verteidigen. Bricht diese Unterstützung, droht ein weiterer Ausverkauf.