BMW kappt seine Jahresprognose. Der Grund: Ein massiver Absatzeinbruch in China trifft den Autobauer härter als erwartet. Trotzdem kauft der Konzern weiter eigene Aktien zurück.
Auslieferungen brechen in China ein
Im zweiten Quartal 2026 lieferte die BMW Group weltweit 590.962 Fahrzeuge aus. Das sind 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Hauptgrund liegt in China: Dort sanken die Auslieferungen um 30,2 Prozent.
Die Marke BMW verzeichnete einen Rückgang von 7,7 Prozent auf 508.675 Einheiten. MINI lief dagegen gegen den Trend. Die Kleinwagenmarke wuchs um 17,1 Prozent auf 81.035 ausgelieferte Fahrzeuge.
Der China-Einbruch bleibt nicht ohne Folgen für die Konzernziele. BMW erwartet für 2026 nun einen leichten Rückgang der Automobilabsätze. Zuvor hatte das Unternehmen noch ein Niveau auf Vorjahreshöhe angepeilt.
Auch die Gewinnmarge fällt niedriger aus als geplant. BMW senkt die erwartete EBIT-Marge im Automobilgeschäft auf 1 bis 3 Prozent. Die alte Prognose lag noch bei 4 bis 6 Prozent.
Rückkäufe laufen trotz schwächerer Zahlen weiter
BMW hält an seiner Kapitalstrategie fest. Vom 6. bis 12. Juli 2026 kaufte der Konzern 600.000 eigene Stammaktien zurück. In der Woche davor waren es bereits 300.000 Aktien.
Beide Käufe laufen im Rahmen des Rückkaufprogramms, das von 2025 bis 2027 angelegt ist. Das Signal: BMW hält die eigene Aktie trotz der Gewinnwarnung für unterbewertet.
Parallel zur Kapitalstrategie baut BMW seine Nachhaltigkeitsaktivitäten aus. Der Konzern hat mit dem Energiekonzern Eni eine Vereinbarung für Italien getroffen. Unternehmensflotten sollen künftig mit dem Biokraftstoff HVOlution betrieben werden, den Enilive aus vollständig erneuerbaren Rohstoffen herstellt.
Aktie nahe am Jahrestief
Der Kurs spiegelt die schwierige Lage wider. BMW-Aktien notieren aktuell bei 58,00 Euro, ein Minus von 0,48 Prozent im Tagesverlauf. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 40 Prozent verloren.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 97,90 Euro trennen den Titel mittlerweile über 40 Prozent. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 57,06 Euro, erreicht erst am 30. Juni. Aktuell notiert die Aktie nur 1,65 Prozent darüber.
Der RSI von 30,4 signalisiert eine überverkaufte Situation. Die Volatilität liegt bei annualisiert 31,41 Prozent — ein Zeichen für die Nervosität am Markt.
BMW reagiert auf die schwierige Lage mit schärferen Kostensenkungen. Der Konzern kündigt an, seine Sparmaßnahmen zu verstärken, um dem verschärften Wettbewerb und der schwachen China-Nachfrage zu begegnen. Ob das reicht, um die Marge zurück in den alten Zielkorridor zu bringen, hängt vor allem von der Entwicklung des chinesischen Marktes in den kommenden Quartalen ab.
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