BMW hat in dieser Woche gleich auf mehreren Feldern Neuigkeiten geliefert: Technologie, Nachhaltigkeit, Management. Das Problem ist nur, dass die Aktie davon kaum profitiert.

Der Kurs steht bei 61,06 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 58,80 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als ein Drittel seines Werts verloren. Der RSI liegt bei 24,1, was technisch auf einen überverkauften Zustand hindeutet.

7er und M3: Zwei Wege, ein Ziel

Für die 7er-Reihe, die BMW 2027 auf den Markt bringen will, hat der Konzern zentrale Details bestätigt. Die neuen Batteriezellen fassen 112,5 kWh und sollen Reichweiten von über 560 Kilometern ermöglichen. Die Ladeleistung liegt bei bis zu 250 kW. Außerdem integriert BMW den NACS-Anschluss und positioniert den Wagen als softwaredefiniertes Fahrzeug mit Panoramic iDrive und BMW Passenger Screen.

Beim M3 setzt BMW auf zwei Varianten: einen überarbeiteten Verbrenner mit S58-Motor und ein eigenständiges Elektromodell. Auch der M3 Touring soll im Rahmen der „Neuen Klasse“ neu aufgelegt werden.

Strom vom Dach ins Auto — und zurück

Auf der Messe „The smarter E / Intersolar Europe“ in München präsentierten BMW und Solarwatt ihr gemeinsames Vehicle-to-Home-Angebot. Die Idee: Die Hochvoltbatterie der „Neue Klasse“-Fahrzeuge dient als Pufferspeicher für überschüssigen Solarstrom. Ende 2026 soll das Angebot in Deutschland, Österreich und den Niederlanden starten.

Beim neuen X5 hat BMW den CO2-Fußabdruck in der Entwicklung um 40 Prozent gesenkt. Erreicht wird das unter anderem durch 50 Prozent Elektrostahl und hohe Recyclinganteile bei Aluminiumkomponenten.

Abgang nach Ferrari

Eine personelle Überraschung kommt aus dem Management. Massimiliano Di Silvestre, bisher CEO der BMW Group Italien, wechselt zum 1. Juli 2026 zu Ferrari — als Chief Marketing & Commercial Officer. Er folgt dort auf Enrico Galliera.

Der Wechsel eines erfahrenen Managers zum direkten Luxuskonkurrenten ist kein alltägliches Ereignis. Für BMW selbst ändert er an der strategischen Richtung nichts. Die Weichen für die „Neue Klasse“ sind gestellt — die Markteinführung der ersten Modelle wird zeigen, ob die Technologieversprechen auch kommerziell zünden.