BMW treibt seine Produktpalette in mehreren Märkten gleichzeitig voran. Während Analysten dem Konzern nach den schwachen Halbjahreszahlen weiter Vertrauen aussprechen, rücken nun konkrete Modelltermine und technische Fortschritte in den Vordergrund.

Facelift-Modelle kommen nach Indien

Die überarbeitete 7er-Reihe und der i7 starten am 11. September in Indien, Vorbestellungen laufen bereits seit Anfang August. Medienberichten zufolge ist der Indien-Start Teil einer breiteren Launch-Pipeline, mit der BMW seine Modellpalette im September international auffrischt.

Erst am Mittwoch setzte der Konzern beide Modelle zudem als VIP-Shuttle beim Kunstformat Frieze Seoul ein, mit einer Flotte von 20 Fahrzeugen im Einsatz bis Samstag – ein Signal, dass BMW die überarbeiteten Modelle bewusst in repräsentativen Umfeldern positioniert, bevor der breite Marktstart beginnt.

Neue Klasse liefert Reichweiten-Bestwert

Technisch untermauert wird die Offensive durch einen Reichweitentest des iX3, der dem Neue-Klasse-Modell zugeordnet wird: Auf einer Fahrt in Portugal schaffte das Fahrzeug nach einem Bericht 739 Kilometer und verfügte danach noch über 20 Prozent Batterieladung.

Solche Werte sind für die Positionierung der Neuen Klasse als technologisches Aushängeschild wichtig, gerade weil der Konzern parallel Kosten senkt und Stellen abbaut. Auch bei der Elektrifizierung der Kernmodelle geht es voran: Der 2027er i3 läuft seit dem Vormonat in München in Serie, der reguläre 3er soll bis Jahresende in Dingolfing folgen.

Analysten sahen zuletzt Aufwärtspotenzial

Der Sparkurs mit rund 8.000 wegfallenden Stellen zwischen Oktober 2026 und Ende 2027, ohne betriebsbedingte Kündigungen, war bereits vor rund einem Monat bekannt geworden – die Aktie legte seither um 5,8 Prozent zu. Auch die Halbjahreszahlen liegen einen Monat zurück, seither steht ein Kursplus von 3,7 Prozent zu Buche.

In diesem Umfeld hatte die Deutsche Bank Research Anfang September ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 90 Euro bestätigt, wenige Tage zuvor hatte auch Bernstein Research seine Einschätzung „Outperform“ mit einem Kursziel von 82 Euro hinterlegt.

Kurs bleibt unter langfristigen Marken

Am Freitag schloss die BMW-Aktie bei 62,90 Euro, ein Plus von 1,6 Prozent auf Tagesbasis. Damit notiert das Papier zwar rund 6,2 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, liegt aber weiterhin rund 18 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 76,69 Euro.

Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 33 Prozent im Minus – die Modelloffensive und die operativen Fortschritte bei der Neuen Klasse müssen sich also erst noch in einer nachhaltigen Kurserholung niederschlagen.