Die französische Großbank BNP Paribas dreht an den entscheidenden Stellschrauben – und die Börse reagiert begeistert. Am Donnerstag schoss die Aktie in Paris zeitweise um 5,71 Prozent auf 70,90 Euro nach oben. Der Grund: ambitionierte neue Ziele und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm.

Bankchef Jean-Laurent Bonnafé hat klare Prioritäten gesetzt. Die harte Kernkapitalquote soll bis 2027 von derzeit 12,5 Prozent auf 13 Prozent steigen. Parallel dazu plant das Institut, die Eigenkapitalrendite bis 2028 auf 13 Prozent zu schrauben – das wären satte 2,1 Prozentpunkte mehr als 2024.

Kosten runter, Effizienz rauf

Doch wie will BNP Paribas diese ehrgeizigen Marken erreichen? Der Hebel liegt bei den Kosten. Bereits im kommenden Jahr soll die Cost-Income-Ratio auf 61 Prozent sinken. Bis 2028 peilt die Bank sogar nur noch 58 Prozent an. Das bedeutet: Von jedem verdienten Euro sollen dann nur noch 58 Cent für den laufenden Betrieb draufgehen.

Diese Effizienzsteigerung kommt nicht von ungefähr. Sie spiegelt die gestiegene Profitabilität des Geschäftsmodells wider und gibt dem Management deutlich mehr Spielraum für Investitionen und Ausschüttungen.

1,15 Milliarden für Aktionäre

Apropos Ausschüttungen: BNP Paribas legt noch im November los. Das angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 1,15 Milliarden Euro startet bereits in wenigen Tagen. Ein klares Signal an den Markt: Die Bank traut sich selbst deutlich mehr zu als die aktuelle Bewertung vermuten lässt.

Die positive Stimmung bei BNP Paribas fügt sich nahtlos in den starken europäischen Handelstag ein. Nachdem Tech-Riese Nvidia mit Rekordergebnissen die Sorgen um überzogene KI-Bewertungen zerstreute, legten auch DAX, CAC 40 und FTSE 100 kräftig zu. Die Aktienmärkte zeigen sich plötzlich wieder von ihrer robusten Seite – und europäische Bankwerte profitieren von diesem Schwung besonders stark.