BNP Paribas hat am Freitag im schwachen Umfeld europäischer Bankaktien eine Tagesveränderung von -2,5% verzeichnet. Gleichzeitig bekräftigte Bank of America Global Research nach den Quartalszahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 130 Euro. Damit steht dem Druck auf den Bankensektor eine weiterhin positive Analysteneinschätzung gegenüber.

Reuters berichtete über Belastungen europäischer Banken durch Sorgen um Staatsanleiherisiken und einen schwächeren Konjunkturausblick. Das bildet den Hintergrund der Kursbewegung, erklärt sie aber nicht als Reaktion auf eine neue Unternehmensmeldung.

Kaufempfehlung nach den Quartalszahlen

Bank of America Global Research bestätigte sein positives Urteil am Freitag. Die Empfehlung folgte auf die am Mittwoch veröffentlichten Geschäftszahlen von BNP Paribas. Der Nettogewinn im dritten Quartal 2026 erreichte 3,46 Milliarden Euro und übertraf damit den von Reuters genannten Analystenkonsens von 3,23 Milliarden Euro.

Die Ergebnisse liefern damit einen konkreten Gegenpunkt zur Skepsis gegenüber dem Sektor. Nach Angaben von Reuters unterstützte insbesondere die Stärke im Aktienhandel den Quartalsgewinn.

BNP Paribas steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 9,5%. Das operative Ergebnis wuchs um 17,7%. Die Risikokosten lagen bei 39 Basispunkten.

Damit bewegten sich die Risikokosten innerhalb der Jahresvorgabe der Bank. Für Anleger ist diese Entwicklung neben dem Ertragswachstum wichtig: Das Quartal zeigte nicht nur höhere Einnahmen, sondern auch eine stärkere operative Ergebnisentwicklung.

Rückkauf angekündigt, höhere Ausschüttung offen

Zusätzliche Unterstützung für die Aktionäre soll der angekündigte Aktienrückkauf über 1,3 Milliarden Euro bringen. Er soll im November 2026 starten. BNP Paribas hatte zuvor das Ziel für seine harte Kernkapitalquote vorzeitig erreicht.

Der Rückkauf ist damit angekündigt, aber nicht als abgeschlossen zu betrachten. Davon zu unterscheiden ist die mögliche Anhebung der laufenden Ausschüttungsquote.

Laut Reuters sagte Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafé, die Bank könne bei einer bevorstehenden Verwaltungsratsberatung eine Erhöhung von 60% auf 70% erwägen. Eine endgültige Entscheidung ist das nicht.

Bestätigte Ziele als nächster Prüfstein

BNP Paribas bestätigte außerdem seine Ziele bis 2028. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital soll 2026 bei 12% liegen.

Die Bank hält damit an ihrem mittelfristigen Ertragspfad fest. Für Anleger stehen neben dem angekündigten Rückkauf vor allem die Umsetzung dieser Ziele und die weitere Entwicklung der Risiken im Mittelpunkt.

Für 2028 strebt BNP Paribas eine Rendite auf das materielle Eigenkapital von mehr als 13% an. Den Strategieplan für 2030 will die Bank am 2. Februar 2027 vorstellen. Bis dahin bilden die bestätigten Ziele den Maßstab für die operative Entwicklung.