Mit einer gezielten Offensive nimmt die französische Großbank BNP Paribas den nordischen Markt für wohlhabende Privatkunden ins Visier. Das Institut kündigte heute den offiziellen Eintritt in die regionale Vermögensverwaltung an.

Das Angebot richtet sich an sehr vermögende Einzelpersonen, Unternehmer sowie Family Offices in den nordischen Ländern. Ziel des Schritts ist es, das margenstarke Geschäft mit anspruchsvollen Privatkunden in Nordeuropa systematisch zu erschließen.

Für den Aufbau der Sparte sicherte sich die Bank lokale Branchenexpertise. Die Führung des neuen Bereichs übernimmt Stina Norrhede, die zuvor bei der skandinavischen Bank SEB das Segment Professional Family Office verantwortete. Als regionale Leiterin für das Wealth Management soll Norrhede die strategische Ausrichtung definieren, ein lokales Spezialistenteam zusammenstellen und die Kundengewinnung in den nordischen Märkten vorantreiben.

Verzahnung mit dem Investmentbanking

Die Initiative setzt auf die enge Verknüpfung von klassischer Vermögensberatung und kapitalmarktorientierten Bankdienstleistungen. Eirik Winter, regionaler CEO bei BNP Paribas, begründete den Schritt mit einer spürbar anziehenden Nachfrage nach spezialisierter Unterstützung, insbesondere vonseiten familiengeführter Unternehmen.

Die Kombination aus Vermögensverwaltung und den Kapazitäten einer global aufgestellten Investmentbank soll den spezifischen Bedürfnissen von Unternehmerfamilien gerecht werden.

BNP Paribas startet bei diesem Vorstoß keineswegs bei null. Die Gruppe beschäftigt in der nordischen Region bereits mehr als 900 Mitarbeiter. Bislang lag der Schwerpunkt dort vor allem auf den Geschäftsbereichen Corporate & Institutional Banking sowie Asset Management. Das neu formierte Wealth-Management-Team kann somit unmittelbar an die bestehende Firmenkundenbasis und die etablierten Strukturen vor Ort anknüpfen.

Markt reagiert verhalten

An den Finanzmärkten sorgte der strategische Ausbau im Norden am heutigen Handelstag für wenig unmittelbare Kauflaune. Die Aktie von BNP Paribas verzeichnete heute einen Rückgang um 2,9 Prozent auf 91,72 Euro.

Während der Bankensektor weiterhin von konjunkturellen Unsicherheiten begleitet wird, setzt der französische Finanzkonzern mit dem Vorstoß darauf, durch das beratungsintensive Geschäft mit reichen Familien und institutionellen Privatvermögen langfristig wiederkehrende Erträge abseits des reinen Zinsgeschäfts aufzubauen.