Boeing hat am Dienstag erstmals seit 2018 wieder schwarze Zahlen präsentiert – doch die Erleichterung an der Börse blieb aus. Die Aktie verlor rund 2 Prozent an Wert. Der Grund: Der vermeintliche Erfolg ist vor allem einem Bilanzkunststück zu verdanken.
Verkauf rettet die Bilanz
Der Flugzeugbauer verbuchte für 2025 einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden Dollar, nach einem Verlust von 11,8 Milliarden im Vorjahr. Klingt beeindruckend – wäre da nicht der Haken: Der Verkauf des Digitalgeschäfts an die Investmentfirma Thoma Bravo spülte im vierten Quartal einen Sondergewinn von 9,6 Milliarden Dollar in die Kasse. Ohne diesen Deal hätte Boeing den siebten Jahresverlust in Folge verbucht.
Das operative Geschäft bleibt ein Sorgenkind. Die Passagier- und Frachtjet-Sparte schrieb einen Verlust von 7,1 Milliarden Dollar, nur geringfügig besser als die 8 Milliarden im Vorjahr. Auch die Rüstungs- und Raumfahrtsparte schaffte keine schwarzen Zahlen. Lediglich der Servicebereich konnte profitabel arbeiten.
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Produktion läuft wieder – aber reicht das?
Immerhin: Die Auslieferungszahlen erholen sich. 600 Maschinen verließen 2025 die Werke, deutlich mehr als die 348 Flugzeuge im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um ein Drittel auf 89,5 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen. Die Produktion der 737 MAX erreichte 42 Maschinen pro Monat, bei der 787 soll die Rate auf zehn Einheiten steigen.
Doch die Fortschritte täuschen nicht über die strukturellen Probleme hinweg. Eine zusätzliche Belastung von 565 Millionen Dollar für das KC-46-Tankerprogramm drückte auf das Ergebnis. Und dann gibt es da noch die 777X: Die Erstauslieferung des modernisierten Großraumjets verzögert sich bereits sieben Jahre gegenüber dem ursprünglichen Plan. Jetzt wurde auch noch ein Problem mit den GE-Triebwerken entdeckt.
Analysten bleiben optimistisch – trotz allem
TD Cowen erhöhte das Kursziel von 260 auf 270 Dollar und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die Analysten verweisen auf das langfristige Ziel von über 10 Milliarden Dollar freiem Cashflow – auch wenn Boeing keinen konkreten Zeitplan dafür nennen will. Für 2026 prognostiziert der Konzern nur einen bescheidenen positiven Cashflow von 1 bis 3 Milliarden Dollar.
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Die Rechnung der Optimisten: Boeing hat die schlimmsten Turbulenzen hinter sich. Die FAA-Aufsicht greift, die Qualitätsprobleme werden angegangen, und die Produktion normalisiert sich. Ob das ausreicht, um die seit 2019 verlorene Position als weltgrößter Flugzeugbauer zurückzuerobern, bleibt offen. Airbus hat seinen Vorsprung kontinuierlich ausgebaut.
Die Last der Vergangenheit
Die Krise begann 2018 und 2019 mit zwei tödlichen Abstürzen der 737 MAX, die 346 Menschen das Leben kosteten. Es folgte ein 20-monatiges Flugverbot. Seitdem jagt eine Hiobsbotschaft die nächste: Produktionsmängel, Qualitätsprobleme, und im Januar 2024 das Beinahe-Unglück, als einer Maschine im Flug ein Rumpfteil herausbrach.
CEO Kelly Ortberg gibt sich trotzdem kämpferisch: „Wir machen gute Fortschritte.“ Doch er weiß auch: „Unsere Kunden und Stakeholder werden in diesem Jahr mehr von uns erwarten.“ Die Börse jedenfalls zeigt sich skeptisch – trotz eines Plus von 12 Prozent seit Jahresbeginn reagierte sie auf die Zahlen mit Verkäufen.
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