Der Handelskonflikt zwischen den USA und Kanada eskaliert – und Bombardier gerät erneut ins Fadenkreuz von US-Präsident Donald Trump. In Großbuchstaben forderte er auf seiner Plattform Truth Social einen Boykott des kanadischen Flugzeugbauers: „No more selling Bombardier in the United States!“ Wer in den USA verkaufen wolle, müsse dort auch produzieren, so seine Botschaft.
Der Vorstoß fällt in eine ohnehin angespannte Phase. Seit dieser Nacht gelten Kanadas Gegenzölle auf US-Importe im Wert von 27,6 Milliarden Dollar – die Antwort auf US-Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren wie Möbel, Honig und Wein. Die Sätze reichen von 15 bis 50 Prozent und treffen unter anderem Stahl, Aluminium, Haushaltsgeräte und Elektronik. Die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern waren Ende August gescheitert.
Alte Rechnung mit Gulfstream
Trumps Ärger über Bombardier ist nicht neu. Bereits Anfang des Jahres hatte er mit Strafzöllen auf Flugzeugimporte aus Kanada gedroht. Hintergrund war damals der Umgang Kanadas mit dem US-Hersteller Gulfstream, dessen Modellen laut Trump keine Betriebsgenehmigungen erteilt worden seien – eine Praxis, die er erneut als unfair bezeichnete.
Der Aufruf zum Bombardier-Boykott reiht sich in eine Serie symbolischer Gesten ein. Erst kürzlich hatte Trump per Verfügung den Grenzsee Lake Ontario auf US-Seite in „Lake America“ umbenannt, was Kanada bis heute nicht anerkennt. Zuvor postete er eine Nordamerika-Karte, auf der Kanada in den Farben der US-Flagge eingefärbt war – begleitet von wiederkehrenden Anspielungen, das Nachbarland könnte der 51. US-Bundesstaat werden.
Für Bombardier steht viel auf dem Spiel: Der US-Markt zählt zu den wichtigsten Absatzgebieten für Geschäftsflugzeuge des Herstellers. Ob Trumps Rhetorik in konkrete Handelsmaßnahmen mündet oder eine politische Drohgebärde im Rahmen des breiteren Zollstreits bleibt, ist derzeit offen.
Kanada hat unterdessen ein Hilfspaket für betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer im Umfang von 7,5 Milliarden Dollar aufgelegt, das auf eine bereits bestehende Unterstützung von 25 Milliarden Dollar aufsetzt.
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