Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier baut sein Rüstungs- und Spezialgeschäft aus. Neue Aufträge und eine milliardenschwere Expansion in Singapur zeichnen das Bild eines Konzerns im Aufwind.

Zweiter Medevac-Jet für ADAC-Tochter

Bombardier hat einen wichtigen Auftrag an Land gezogen. Aero-Dienst, eine Tochter des ADAC, hat eine zweite Challenger 650 bestellt. Die Maschine ist speziell für medizinische Evakuierungsmissionen ausgerüstet.

Die Challenger 650 fungiert als fliegende Intensivstation. Sie transportiert bis zu vier Tragen und erzielt eine Betriebszuverlässigkeit von über 99,9 Prozent. Damit eignet sich das Flugzeug für den Langstrecken-Patiententransport.

Bombardier unterhält in Deutschland eine breite Unterstützungsinfrastruktur. Dazu gehören ein Service-Center in Berlin und ein Ersatzteillager in Frankfurt. Mehr als 150 lokale Zulieferer sichern die ständige Einsatzbereitschaft der Flotte.

Neues Wartungszentrum in Singapur

Parallel dazu verstärkt Bombardier sein Engagement im asiatisch-pazifischen Raum. Das Unternehmen baut sein Service-Center am Seletar Aerospace Park in Singapur massiv aus. Geplant ist ein neues Gebäude mit rund 23.000 Quadratmetern Fläche.

Der Bau beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2026. Der Betrieb soll im zweiten Halbjahr 2028 starten. Rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Zentrum bietet künftig Avionik-Support, Hilfe bei Bodenstörungen und Spezialwerkstätten für Komponenten.

Bombardier wird zudem als Gründungsmitglied dem ARTC-Konsortium beitreten. Dabei handelt es sich um ein Forschungszentrum für moderne Fertigungstechnologien.

Der Ausbau in Singapur ist Teil eines branchenweiten Trends. Immer mehr Flugzeugbauer bauen ihre regionalen Service-Netzwerke aus. Bombardier will so die Wartungsqualität für seine Challenger- und Global-Jets auf dem wachsenden asiatischen Markt sichern.