Die autonome Regierung von Bougainville schafft Fakten. Während Bougainville Copper (BCL) noch um seine Rechte kämpft, rückt ein neuer Partner für die weltberühmte Panguna-Mine an. Der indische Konzern Lloyds Metals hat nun die offizielle Erlaubnis für erste Studien erhalten.
Die Regierung von Bougainville (ABG) autorisierte Lloyds Metals & Energy am Freitag für vorbereitende Arbeiten. Der Partner soll Machbarkeitsstudien für die Wiederinbetriebnahme der Mine durchführen. Dieser Schritt zementiert die Ausgrenzung von BCL. Die Regierung setzt damit auf das staatliche Unternehmen Bougainville Minerals als neuen Rechteinhaber.
Parallel dazu bildet das im Juni verabschiedete Bergbaugesetz die rechtliche Basis. Der „Bougainville Mining Act 2026“ bevorzugt staatliche Akteure bei der Lizenzvergabe für Großminen. BCL wehrt sich zwar juristisch gegen die Suspendierung der eigenen Explorationslizenz. Die operative Verdrängung vor Ort schreitet jedoch schnell voran.
Anleger reagierten mit massiven Verkäufen auf den drohenden Machtverlust. Innerhalb der letzten 30 Tage brach der Kurs um rund 31 Prozent ein. Die Marktkapitalisierung sank damit auf etwa 85 Millionen Euro. Das steht in krassem Gegensatz zu den Ressourcen: In der Panguna-Lagerstätte lagern schätzungsweise 5,3 Millionen Tonnen Kupfer.
Obendrein sieht das neue Gesetz eine Beteiligung von fünf Prozent für lokale Landbesitzer vor. In dieser neuen Struktur spielt BCL bisher keine Rolle. Die Kontrolle über die Mine gilt als entscheidend für die angestrebte Unabhängigkeit der Region von Papua-Neuguinea. Entsprechend hoch ist der politische Druck auf das Projekt.
Die psychologische Marke von 0,10 Euro bildet nun die letzte Unterstützung im Chart. Sollte das BCL-Management in der kommenden Woche keine Strategie gegen die Autorisierung des Rivalen vorlegen, droht ein Test des Jahrestiefs. Ohne eine Perspektive für die Rückkehr ins Projekt bleibt das Risiko für Aktionäre extrem hoch.
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