Der politische Weg zur Wiedereröffnung der Panguna-Mine wird steiniger. Papua-Neuguinea hat die Hürden für die Unabhängigkeit von Bougainville überraschend drastisch verschärft. Anleger reagieren nervös auf diese Blockadetaktik. Die Aktie von Bougainville Copper verliert heute 5,68 Prozent und fällt auf 0,35 Euro.

Höhere Hürden für die Unabhängigkeit

Das Parlament in Papua-Neuguinea fordert nun eine Dreiviertelmehrheit für die Ratifizierung. Bisher rechneten Beobachter mit der üblichen Zweidrittelmehrheit für Verfassungsänderungen. Dieser Schritt sorgt für massive politische Spannungen.

Bougainvilles Vizepräsident Ezekiel Masatt wirft der Nationalregierung gezielte Sabotage vor. Die neue Schwelle sei praktisch unerreichbar. Das Referendum von 2019 rückt damit in weite Ferne. Damals stimmten 97,7 Prozent der Bevölkerung für einen eigenen Staat.

Eine Abstimmung ist bis zum 30. August 2026 geplant. Bougainvilles Präsident Toroama zeigt sich unbeeindruckt. Das Ziel: Er will die Unabhängigkeit notfalls 2027 eigenmächtig ausrufen.

Milliarden-Schatz im Wartestand

Für Bougainville Copper steht alles auf dem Spiel. Die Eigentumsstruktur der Panguna-Mine hängt direkt am Unabhängigkeitsprozess. Im Juni 2025 übertrug die Nationalregierung ihre Anteile an Bougainville. Die autonome Regierung hält seitdem eine Mehrheit von 72,9 Prozent.

Die Mine birgt enorme Reserven. Schätzungen gehen von 5,3 Millionen Tonnen Kupfer und 19,3 Millionen Unzen Gold aus. Der aktuelle Gegenwert liegt bei rund 160 Milliarden US-Dollar.

Um diesen Schatz zu heben, braucht es Partner. Im April 2026 unterschrieb das Unternehmen eine Absichtserklärung mit Lloyds Metals and Energy. Die Partner führen aktuell eine umfassende Due-Diligence-Prüfung der Mine durch.

Hohes Risiko und operative Verluste

Operativ verbrennt das Unternehmen weiterhin Geld. Im Jahr 2025 stand ein Verlust von 16 Millionen Kina in den Büchern. Das schuldenfreie Unternehmen schüttet auch für 2026 keine Dividende aus. Im Mai übernahm Sir Melchior Togolo dauerhaft den Chefposten.

Die nackten Zahlen spiegeln die aktuelle Unsicherheit wider. Auf Wochensicht verlor das Papier 2,24 Prozent. Die annualisierte Volatilität liegt bei extremen 88,79 Prozent. Bis zur geplanten Parlamentsabstimmung Ende August 2026 bleibt der politische Machtkampf der entscheidende Kurstreiber.