Der britische Ölkonzern BP hat diese Woche einen strategischen Meilenstein erreicht: Erstmals fördert das Unternehmen unassoziiertes Erdgas aus dem Riesenfeld Azeri-Chirag-Gunashli (ACG) vor Aserbaidschan. Parallel dazu treibt CEO Meg O’Neill eine grundlegende Neuordnung voran – und prüft den Verkauf von Nordsee-Assets.
Erstes Gas aus dem Riesenfeld
Die Förderung stammt aus einer neu gebohrten Sonde in den Qirmaki-Sandformationen. Das ACG-Feld enthält nach offiziellen Angaben schätzbare Reserven von rund 4 Billionen Kubikfuß Gas – mit Potenzial für bis zu 6 Billionen. BP hält 30,37 Prozent an dem Projekt und bringt das Gas über die bestehende Infrastruktur zur Sangachal-Terminal an den Markt. Für die Upstream-Marge des Konzerns dürfte das lukrativ sein.
Konzernumbau in zwei Geschwindigkeiten
Seit Juni läuft eine radikale Straffung der Konzernstruktur. BP kappt die alte Aufteilung und konzentriert sich auf zwei Kernbereiche: Upstream und Downstream. Ziel ist mehr Effizienz und höhere Margen im Fördergeschäft – die Aktionäre sollen davon profitieren.
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Parallel dazu verdichten sich die Gerüchte um einen Verkauf der britischen Nordsee-Aktivitäten. BP verhandelt mit Ithaca Energy über einen Millionen-Deal. Ein endgültiger Vertrag steht noch aus. Der Schritt passt ins Bild: BP will bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar veräußern, um die Bilanz zu stärken.
Kurskorrektur nach dem Lauf
Die Aktie schloss am Freitag bei 6,21 Euro – ein Minus von 1,51 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Plus von 3,57 Prozent. Seit Jahresbeginn legte BP um 22,47 Prozent zu, auf zwölf Monate gerechnet sogar 46,29 Prozent. Der RSI von 46,9 signalisiert eine neutrale Verfassung. Das 52-Wochen-Hoch bei 7,01 Euro liegt nun 11,42 Prozent über dem aktuellen Kurs.
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Die OPEC+ hat die Förderquoten im Mai um 188.000 Barrel pro Tag erhöht. Analysten erwarten wegen geopolitischer Spannungen jedoch keine nennenswerten Verwerfungen am Ölmarkt.
BP fährt unterdessen einen strikten Schuldenabbau. Ziel ist eine Nettoverschuldung zwischen 14 und 18 Milliarden Dollar bis Ende 2027. Das Aktienrückkaufprogramm ruht seit Jahresanfang – die Dividende steigt dennoch um rund vier Prozent jährlich. Am 10. August legt BP die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Dann zeigt sich, ob die Umbau-Strategie bereits Früchte trägt.
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