Carol Howle verlässt BP noch in diesem Jahr. Die Vizechefin des britischen Ölkonzerns geht in den Ruhestand — ein Abgang, der die ohnehin laufende Neuaufstellung an der Konzernspitze weiter beschleunigt.

Kurze Amtszeit als Vize-CEO

Howles Rücktritt kommt früh. Erst im April 2026 wurde sie offiziell zur stellvertretenden CEO ernannt, nachdem sie seit Dezember 2025 als Interimschefin fungiert hatte. Damals war Murray Auchincloss nach weniger als zwei Jahren an der Konzernspitze zurückgetreten. Als die neue CEO Meg O’Neill im April die Führung übernahm, erklärte sich Howle bereit, den Übergang zu begleiten. Nach mehr als zwanzig Jahren bei BP endet ihre Karriere dort nun als kurzes Zwischenspiel in einer Schlüsselrolle.

Den Posten des stellvertretenden CEOs wird BP nicht neu besetzen.

Handelsgeschäft wechselt in neue Hände

Howle verantwortet derzeit das umfangreiche Handels- und Versorgungsgeschäft des Konzerns — einen der ertragsstärksten Bereiche. Ihr Nachfolger wird Sam Skerry, der bislang als Leiter für Fusionen und Übernahmen bei BP tätig ist.

Der Wechsel kommt zu einem ungünstigen Moment. Der Ölpreis steht seit Wochen unter erheblichem Druck: Brent-Rohöl ist von über 110 Dollar je Barrel Mitte Mai auf rund 70 Dollar gefallen — ein Rückgang von mehr als einem Drittel. Entspannungssignale im Iran-Konflikt und veränderte Produktionsstrategien innerhalb der OPEC+ verstärken den Abwärtsdruck. Für ein Unternehmen, das gerade erst seinen strategischen Kurs unter neuer Führung justiert, sind das keine einfachen Rahmenbedingungen.

O’Neill übernimmt also eine BP, die gleichzeitig eine personell neu aufgestellte Führungsebene und einen schwierigen Energiemarkt bewältigen muss. Wie schnell das Handels- und Versorgungsgeschäft unter Skerry Fahrt aufnimmt, wird ein früher Test für die neue Konzernstruktur.