BP erlebt eine turbulente Woche — und das gleich auf zwei Ebenen. Während ein fragiler US-Iran-Waffenstillstand den Ölpreis in wenigen Tagen um mehr als zehn Prozent einbrechen ließ, übernahm mit Meg O’Neill gleichzeitig eine neue CEO das Ruder. Der Konzern steht mitten in einem Strategiewechsel, und die Lage in der Straße von Hormus bleibt alles andere als geklärt.
Hormus: Pause, kein Ende
Die Straße von Hormus — Durchgangsroute für rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen — ist trotz Waffenstillstand nicht frei befahrbar. Das maritime Analyseunternehmen Windward beschreibt die Lage als „überwachte Pause“, bei der für jeden Schiffstransit weiterhin die Koordination mit iranischen Streitkräften erforderlich sei.
Saudi-Arabien meldete zudem Angriffe auf eigene Ölanlagen, die die Förderkapazität um rund 600.000 Barrel pro Tag reduziert und den Durchfluss der East-West-Pipeline um etwa 700.000 Barrel täglich gedrosselt haben sollen. Goldman Sachs erwartet, dass Brent-Rohöl in diesem Jahr im Schnitt über 100 Dollar je Barrel notieren wird, sofern die Meerenge noch einen weiteren Monat weitgehend gesperrt bleibt — mit Risiken, die nach Einschätzung der Bank eher nach oben zeigen.
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Für BP ist die Ölpreissensitivität konkret bezifferbar: Jeder Dollar Anstieg beim Brent-Preis erhöht den Vorsteuergewinn um rund 340 Millionen Dollar. Gleichzeitig gilt BP unter den großen Ölkonzernen als vergleichsweise wenig exponiert gegenüber Hormuz-Störungen, da deutlich weniger Volumen über diese Route läuft als etwa bei Shells umfangreichen Katar-Operationen.
Neue Führung, klare Aufgaben
Parallel zur Marktvolatilität formiert sich BP’s Führungsstruktur neu. Carol Howle, seit 25 Jahren im Unternehmen, wurde zum 2. April 2026 zur stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Sie behält die Leitung des Handels- und Schifffahrtsbereichs — einer der profitabelsten Sparten des Konzerns — und übernimmt zusätzlich die Verantwortung für das laufende Portfolioüberprüfungsprogramm sowie die langfristige Strategieentwicklung.
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BP befindet sich seit gut einem Jahr in einem grundlegenden Kurswechsel: Weg von erneuerbaren Energien, zurück zum Kerngeschäft mit Öl und Gas. Geplante Investitionen in erneuerbare Energien wurden um Milliarden gekürzt, bis 2027 sollen Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar veräußert werden. Die Nettoverschuldung sank bereits von 26 auf 22 Milliarden Dollar — das Ziel liegt bei 14 bis 18 Milliarden Dollar bis Ende 2027.
Physischer Markt unter Druck
Jenseits der Terminmärkte sendet der physische Ölmarkt zusätzliche Warnsignale. Zwischen dem sogenannten Dated Brent — dem Referenzpreis für real gehandelte Rohölmengen — und den Brent-Futures hat sich eine ungewöhnlich große Lücke aufgetan, die auf anhaltende Angebotsknappheit hindeutet. Ein erfahrener Ölmarktanalyst geht davon aus, dass der Preis für mindestens ein weiteres Jahr deutlich über dem Vorkriegsniveau von rund 75 Dollar je Barrel verbleiben dürfte. Versicherungskosten, Logistikprobleme und eingeschränktes Vertrauen in Schifffahrtsrouten lösten sich nach Konflikten historisch nur langsam auf.
Die BP-Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund zehn Prozent zugelegt, kämpft aber mit dem nachlassenden Risikoaufschlag beim Ölpreis nach dem Waffenstillstand. Wie stark dieser Aufschlag zurückkommt, entscheidet sich an der Straße von Hormus — und die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, wie viel von der Preissensitivität tatsächlich im Ergebnis ankommt.
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