BP Aktie: Konflikt zum Amtsantritt

Am ersten Tag der neuen BP-Chefin Meg O'Neill läuft ein Ultimatum von Klima-Investoren ab, die eine Abstimmung über die Unternehmensstrategie fordern. Gleichzeitig profitiert der Konzern von hohen Ölpreisen.

BP Aktie
Kurz & knapp:
  • Ultimatum milliardenschwerer Investoren läuft ab
  • Forderung nach Abstimmung über Klimastrategie
  • Hohe Ölpreise sorgen für finanziellen Puffer
  • Konzernumbau mit Fokus auf Kerngeschäft

Meg O’Neill übernimmt heute als erste Frau die Führung eines großen westlichen Ölkonzerns. Zeit zum Feiern bleibt der neuen BP-Chefin allerdings kaum. Genau an ihrem ersten Arbeitstag läuft ein rechtliches Ultimatum milliardenschwerer Klima-Investoren ab, das den Konzern vor den Londoner High Court bringen könnte.

Streit um die Hauptversammlung

Die aktivistische Aktionärsgruppe „Follow This“ fordert gemeinsam mit institutionellen Investoren, die 1,74 Billionen US-Dollar verwalten, eine Abstimmung über die zukünftige Strategie. Konkret soll das Management auf der Hauptversammlung am 23. April darlegen, wie bei sinkender Öl- und Gasnachfrage Unternehmenswert geschaffen wird. Das Board lehnte die Aufnahme des Tagesordnungspunkts ab und verwies auf rechtliche Bedenken bezüglich der Gültigkeit des Antrags.

Die Anwaltskanzlei Mishcon de Reya wirft dem Unternehmen nun eine pauschale Ausschlusspolitik vor, die unvereinbar mit den gesetzlichen Aktionärsrechten sei. Sollte das Management die Resolution nicht bis zum heutigen 1. April zulassen, drohen rechtliche Schritte gegen die Direktoren. Bemerkenswert ist dabei der Blick auf die Konkurrenz: Shell hat einen ähnlichen Antrag für seine eigene Hauptversammlung im Mai anstandslos akzeptiert.

Ölpreis liefert finanziellen Puffer

Abseits der juristischen Auseinandersetzungen profitiert die neue Konzernchefin von einem äußerst lukrativen Marktumfeld. Der Ölpreis notiert infolge des Iran-Krieges und der damit verbundenen Angebotsausfälle deutlich über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Für die Briten ist das ein enormer Hebel: Jeder Preisanstieg bei der Sorte Brent um einen Dollar spült rund 340 Millionen US-Dollar an zusätzlichem Vorsteuergewinn in die Kassen. Zudem ist das Unternehmen im Vergleich zu Shell mit seinen großen Katar-Geschäften deutlich weniger von Störungen in der Straße von Hormus abhängig.

Konzernumbau im Fokus

Als vierte Führungskraft an der Konzernspitze innerhalb von sechs Jahren erbt O’Neill ein Unternehmen, das sich auf Druck von Investoren wie Elliott Management wieder stärker auf das Kerngeschäft mit Öl und Gas fokussiert. Bis 2027 sollen die Strukturkosten um bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar sinken, flankiert von einem 20 Milliarden US-Dollar schweren Verkaufsprogramm, von dem bereits mehr als die Hälfte realisiert wurde. Unabhängig vom Ausgang des heutigen Ultimatums richtet sich der Blick der Anleger bereits auf den nächsten wichtigen Termin: Am 28. April wird das Management die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 vorlegen.

BP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BP-Analyse vom 1. April liefert die Antwort:

Die neusten BP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu BP

BP Jahresrendite