Der britische Ölriese BP steht vor einem massiven Abschreibungsschock. Das Unternehmen warnt nun vor Wertminderungen zwischen 4 und 5 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2025. Die Hauptlast trifft ausgerechnet jenen Bereich, auf den BP einst so große Hoffnungen setzte: das Segment Gas und kohlenstoffarme Energie.
Die Belastungen sind eine direkte Folge der gesunkenen Öl- und Gaspreise. Brent-Rohöl fiel im vierten Quartal auf durchschnittlich 63,73 Dollar je Barrel – ein deutlicher Rückgang gegenüber 69,13 Dollar im dritten Quartal. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Auch das operative Geschäft enttäuscht: BP meldet schwache Ergebnisse im Ölhandel, während die Produktion im Gas- und Low-Carbon-Segment zurückging.
Turnaround oder Tal der Tränen?
Zumindest in einem Punkt gibt es Lichtblicke: BP macht Fortschritte beim Schuldenabbau. Die Nettoverschuldung soll bis Ende des vierten Quartals auf 22 bis 23 Milliarden Dollar sinken – nach 26,1 Milliarden Dollar zum Ende des dritten Quartals. Möglich macht dies ein aggressives Verkaufsprogramm: Rund 3,5 Milliarden Dollar nahm BP allein im Schlussquartal durch Veräußerungen ein. Für das Gesamtjahr summieren sich die Erlöse auf etwa 5,3 Milliarden Dollar – mehr als die ursprünglich avisierten 4 Milliarden.
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Doch kann dieser Schuldenabbau den strategischen Offenbarungseid kaschieren? Die Gas- und Low-Carbon-Sparte, einst als Zukunftssäule gedacht, trägt nun die Hauptlast der Abschreibungen. Ein bitterer Befund für einen Konzern, der jahrelang versuchte, sich vom reinen Ölgeschäft zu lösen.
Führungswechsel in stürmischen Zeiten
Der Druck auf BP ist immens. Ende Dezember kündigte CEO Murray Auchincloss seinen Rückzug nach weniger als zwei Jahren an der Spitze an. Seine Nachfolgerin Meg O’Neill, bisher Chefin von Woodside Energy, übernimmt am 1. April. Erstmals bricht BP damit mit der Tradition, Manager aus den eigenen Reihen zu befördern – ein Zeichen für den Reformdruck.
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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von einem Marktwert von 250 Milliarden Dollar im Jahr 2006 ist BP auf rund 90 Milliarden Dollar Ende Dezember geschrumpft. Der US-Rivale Conocophillips ist mittlerweile deutlich wertvoller. Auch Wettbewerber Shell kämpft mit ähnlichen Problemen und meldete kürzlich schwächere Ergebnisse im Ölgeschäft für das vierte Quartal.
Steuerbelastung steigt zusätzlich
Als ob die operativen Herausforderungen nicht genug wären, erhöht BP auch noch die Steuerprognose. Die effektive Steuerquote für das Gesamtjahr 2025 wird nun bei rund 42 Prozent erwartet – zwei Prozentpunkte mehr als ursprünglich prognostiziert. Grund ist eine veränderte geografische Verteilung der Gewinne.
Die vollständigen Quartalszahlen will BP am 10. Februar 2026 veröffentlichen. Bis dahin bleibt die Frage: Schafft der neue Führungskurs unter O’Neill die Wende, oder versinkt der ehemalige Branchenriese weiter in der Bedeutungslosigkeit? Die Milliarden-Abschreibungen im Low-Carbon-Segment jedenfalls sind ein schmerzhaftes Signal, dass der Versuch einer grünen Transformation bislang gescheitert ist.
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