BP hat seine Führungskrise an der Verwaltungsratsspitze beendet. Ian Tyler, bislang nur interimistisch im Amt, wird ab sofort dauerhaft Chairman des Ölkonzerns. Die Aktie reagierte vorbörslich mit Kursgewinnen auf die Personalie.
Die Ernennung markiert das Ende einer monatelangen Suche nach internen und externen Kandidaten. Tyler saß bereits seit April 2025 als externer Direktor im BP-Board, bevor er im Mai die Rolle als Interims-Chairman übernahm. Einstimmig habe der Verwaltungsrat ihn nun auf Dauer bestellt, teilte BP mit.
Ein Abgang, der Spuren hinterließ
Vorausgegangen war ein abrupter Bruch an der Spitze. BP hatte den damaligen Chairman Albert Manifold mit sofortiger Wirkung abberufen und dabei „schwerwiegende Bedenken“ zu Governance, Aufsicht und Verhalten des Managers angeführt. Der Rauswurf reihte sich in eine ganze Serie von Wechseln in der Führungsetage des Konzerns ein — für ein Unternehmen dieser Größe keine triviale Häufung.
Tyler bringt einschlägige Erfahrung mit: Er ist aktuell Chairman der Grafton Group und Senior Independent Director bei Anglo American, zuvor leitete er Cairn Energy und saß im Board von BAE Systems. Mit der dauerhaften Bestellung dürfte BP auf Kontinuität an der Spitze setzen, nachdem die Governance-Turbulenzen der vergangenen Monate für Unsicherheit gesorgt hatten.
Parallel zur Personalie gibt es einen Wechsel in der zweiten Reihe: Amanda Blanc, Senior Independent Director, wird bei der Hauptversammlung 2027 nicht erneut zur Wahl antreten. Ein Nachfolger für die Position wird gesucht.
Ölpreis stützt zusätzlich
Der Kursgewinn von BP fiel nicht allein auf die Personalie zurück. Geopolitische Spannungen im Persischen Golf trieben den Ölpreis nach oben — Brent notierte über 95 Dollar je Barrel, US-Rohöl bei rund 90 Dollar. Als integrierter Ölmulti profitiert BP unmittelbar von steigenden Notierungen, was die Aktie im schwachen europäischen Marktumfeld robuster hielt als viele Indexschwergewichte.
Für BP-Aktionäre bedeutet die Personalentscheidung vor allem eines: Nach den Führungsturbulenzen der vergangenen Monate hat der Konzern nun wieder eine klar besetzte Doppelspitze aus Chairman und Vorstand — ein Signal an den Markt, dass die Governance-Fragen fürs Erste abgeräumt sind.
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