Der Energiekonzern BP richtet seinen Fokus verstärkt auf die finanzielle Konsolidierung. Wie Vorstandschefin Meg O’Neill erklärte, müsse das Unternehmen das Kapital der Aktionäre künftig vorsichtiger einsetzen. Einen konkreten Zeitplan für eine Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen nannte die Konzernlenkerin nicht. Stattdessen setzt das Management auf den fortgesetzten Abbau der Verschuldung, ohne die laufenden Ausgaben zu erhöhen.

An der Börse geriet das Papier zuletzt unter Druck. Im heutigen Handel verzeichnete die BP-Aktie ein Minus von 1,2 Prozent auf 6,54 Euro, nachdem sie am Montag bei 6,62 Euro aus dem Handel gegangen war.

Belastung durch sinkende Rohölnotierungen

Für Gegenwind sorgte zu Wochenbeginn das übergeordnete Branchenumfeld. Laut Reuters gaben die Ölpreise um rund 2 Dollar je Barrel nach. Hintergrund waren steigende Rohölexporte aus dem Nahen Osten sowie die Zusage der G7-Staaten, zusätzliche Mengen bereitzustellen. Der Rückgang der Rohölpreise belastete die Notierung des britischen Energieriesen spürbar, wenngleich anhaltende Sorgen vor Lieferunterbrechungen die Verluste am Ölmarkt begrenzten.

Trotz der vorsichtigeren Ausgabenpolitik bekräftigte O’Neill die strategische Ausrichtung in Kernregionen. BP habe keineswegs die Absicht, sich aus dem Nahen Osten zurückzuziehen.

Der Konzern werde dort weiterhin aktiv bleiben, neue Infrastrukturausgaben jedoch beschränken und die Schuldentilgung priorisieren. Parallel dazu arbeitet BP gemeinsam mit der irakischen Regierung an Optionen für neue Exportrouten, zu denen auch eine nördliche Trasse gehört.

Analysten heben Kursziel an

Bereits am 1. Oktober hatte das Analysehaus Wells Fargo die Einstufung für die BP-Aktie von Equal-Weight auf Overweight angehoben. Gleichzeitig erhöhten die Analysten ihr Kursziel von 48 Dollar auf 57 Dollar. Sie verwiesen auf das vorteilhafte Umfeld bei Rohstoffen und im Handelsgeschäft.

Diese Bedingungen könnten dazu beitragen, das konzerneigene Schuldenziel von 14 Milliarden Dollar schneller als geplant zu erreichen. Dies wiederum würde dem Management neuen Spielraum bei der Kapitalallokation eröffnen.

Zusätzlich veröffentlichte BP zum Monatswechsel eine Pflichtmitteilung zur Kapitalstruktur. Zum Stichtag am 30. September belief sich die Gesamtzahl der Stimmrechte auf 15.710.749.307. Die Zahl der ausgegebenen Stammaktien ohne eigene Anteile lag bei 15.705.666.807 Stück, während der Konzern 780.646.187 Stammaktien im eigenen Bestand hielt.