Der Juni endet für BP mit einem deutlichen Kursrutsch. Am Freitag verlor die Aktie 1,34 Prozent auf 5,47 Euro. Die Wochenbilanz fällt mit minus 5,54 Prozent noch schwächer aus. Schuld ist ein Einbruch der Ölpreise auf Vier-Monats-Tiefs.
Brent fällt unter 73 Dollar
Der Rohölmarkt geriet am Freitag massiv unter Druck. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um mehr als drei Prozent auf rund 72,86 Dollar je Barrel. US-Öl der Sorte WTI rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 69 Dollar. Über die Woche gerechnet verloren beide Benchmarks rund zehn Prozent.
Auslöser ist ein Bündel an Faktoren. Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sorgt für Entspannung: Die Tanker-Querungen haben sich nach dem US-Iran-Abkommen mehr als verdreifacht. Saudi Aramco hat zudem erstmals seit März wieder Rohöl am Terminal Ras Tanura verladen. Gleichzeitig steigen die US-Lagerbestände überraschend – um 3,2 Millionen Barrel. Der Markt kippt offenbar von Verknappung in ein Überangebot.
Expansion trotz Gegenwind
BP reagiert auf den Preisdruck mit strategischen Schritten. In Indien weitet der Konzern die Partnerschaft mit ONGC aus. Der neue Vertrag umfasst 43 Förderblöcke im Westlichen Offshore-Becken. Zwei Jahre lang erhält BP eine Festvergütung, danach folgen leistungsabhängige Boni.
In Abu Dhabi sicherte sich BP zehn Prozent am Bab Gas Cap-Projekt. Analysten sehen darin einen künftigen Cashflow-Treiber. Gleichzeitig warnen sie vor der Volatilität am Ölmarkt und steigenden Projektkosten. Im Golf von Mexiko vergab BP zudem einen Auftrag an SLB OneSubsea – für Pumpentechnik am Feld Thunder Horse.
Technik zeigt Schwäche
Die Aktie notiert mit 5,47 Euro knapp unter der 200-Tage-Linie (5,58 Euro). Noch deutlicher ist der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 6,22 Euro: minus zwölf Prozent. Der RSI auf 14-Tage-Basis ist auf 28,4 gefallen – aus technischer Sicht ein überverkauftes Niveau. Seit Anfang Jahr steht BP dennoch rund acht Prozent im Plus.
Ob die Erholung gelingt, hängt vom Ölpreis ab. Entscheidend ist die Stabilität der geopolitischen Entspannung im Nahen Osten. Hält das Abkommen mit dem Iran, könnte weiteres Angebot auf den Markt strömen. Derzeit hoffen BP-Anleger vor allem auf eines: dass der Ölpreis seinen Boden findet.
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