Für BrainChip fällt heute einiges zusammen. Die wichtige Branchenkonferenz EDGE AI in London endet. Parallel dazu veröffentlichen die US-Behörden neue Inflationsdaten. Diese Kombination zieht den Spezialisten für neuromorphe KI in entgegengesetzte Richtungen.
Zinsen drücken auf die Stimmung
Die US-Verbraucherpreise für Mai stehen im Fokus. Im April kletterte die Inflationsrate bereits auf 3,8 Prozent. Ein heißer Wert drückt bei noch umsatzlosen Tech-Werten direkt auf die Bewertung. Ein weicherer Wert könnte die jüngste Rallye stützen.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 0,12 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von rund 20 Prozent. In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier allerdings fast zehn Prozent. Die jüngste Erholung stößt offenbar auf Widerstand.
Warten auf handfeste Aufträge
In London traf sich in den vergangenen Tagen die europäische Edge-KI-Community. BrainChip präsentierte dort seine neuromorphe Akida-Plattform. Als an der australischen Börse gelistetes Unternehmen unterliegt der Konzern strengen Meldepflichten. Das Management muss jeden größeren Kundenauftrag sofort veröffentlichen.
Bislang blieb eine entsprechende Pflichtmitteilung aus. Die Folge: Spekulationen rund um mögliche Messe-Erfolge kühlen ab. Der kommerzielle Hintergrund bleibt ohnehin anspruchsvoll. Im ersten Quartal standen Kundeneinnahmen von 0,7 Millionen US-Dollar Ausgaben von 4,3 Millionen gegenüber.
Produktion und neue Partnerschaft
Der Vorstand hält derweil am Zeitplan fest. Die erste Produktion des AKD1500-Prozessors soll im dritten Quartal starten. BrainChip plant rund 70.000 Einheiten für Bereiche wie Verteidigung und Robotik.
Flankierend meldete das Unternehmen Anfang Juni eine Partnerschaft mit MicroIP. Gemeinsam wollen die Akteure KI-Systeme für den asiatischen und globalen Markt entwickeln. Die Kooperation verbindet BrainChips sparsame Chips mit dem Systemdesign von MicroIP.
Korrektur bei Mitarbeiteraktien
Eine formale Korrektur rückt ein weiteres Thema in den Fokus. BrainChip passte Anfang Juni die Zahl der ausgegebenen Mitarbeiteraktien an. Die Gesamtzahl liegt nun bei rund 34 Millionen Einheiten. Zuvor hatte das Unternehmen knapp fünf Millionen Papiere zu viel gemeldet.
Die Änderung ist rein administrativ. Sie erinnert Investoren jedoch an die drohende Verwässerung. Künftige Gewinne müssen mit den Mitarbeitern geteilt werden.
Charttechnisch notiert die Aktie aktuell 19 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,10 Euro. Das 52-Wochen-Hoch bei 0,14 Euro bildet weiterhin einen massiven Deckel. Nächste Woche entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen. Bis dahin muss die Aktie beweisen, ob der jüngste Aufschwung ein solides Fundament hat.
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