Brent Crude: Dramatischer Anstieg auf Mehrmonatshoch

Der Ölpreis Brent Crude verzeichnet den stärksten monatlichen Anstieg seit Jahren, angetrieben durch geopolitische Spannungen mit dem Iran und reale Produktionsausfälle.

Brent Crude Aktie
Kurz & knapp:
  • Stärkster Monatszuwachs seit Januar 2022
  • Geopolitische Eskalation im Nahen Osten
  • Produktionsausfälle in mehreren Ländern
  • Überraschender Rückgang der US-Rohölbestände

Der Ölpreis steht vor dem größten Monatsgewinn seit Jahren. Am Donnerstag kletterte Brent Crude um 3,4% und erreichte mit 70,71 Dollar pro Barrel den höchsten Stand seit dem 31. Juli. Die Märzkontrakte notierten am Freitagmorgen bei 70,50 Dollar, während die aktiveren Aprilkontrakte bei 69,22 Dollar lagen.

Noch beeindruckender ist die Monatsbilanz: Brent Crude steuert auf ein Plus von über 16% zu – der stärkste monatliche Zuwachs seit Januar 2022. Die US-Sorte WTI verzeichnet mit einem erwarteten Anstieg von mehr als 14% den größten Monatszuwachs seit Juli 2023. Beide Benchmarks beenden damit eine Durststrecke von fünf Monaten ohne Gewinne.

Droht ein Militärschlag gegen den Iran?

Die Spannungen im Nahen Osten haben sich dramatisch verschärft. US-Präsident Donald Trump forderte den Iran am Mittwoch ultimativ auf, über Nuklearwaffen zu verhandeln – oder mit einem Angriff zu rechnen. Teheran kündigte umgehend harte Vergeltung an.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Brent Crude?

Washington hat seine Militärpräsenz in der Region massiv aufgestockt. Diese Woche empfängt die Trump-Administration hochrangige Vertreter aus Israel und Saudi-Arabien zu separaten Gesprächen über den Iran. Laut Reuters erwägt Trump verschiedene Optionen, darunter Angriffe auf iranische Sicherheitskräfte und Führungspersonen, um Proteste anzustoßen und möglicherweise das Regime zu stürzen.

Der Iran produziert 3,2 Millionen Barrel pro Tag und ist damit der viertgrößte Produzent der OPEC. „Die Händler kalkulieren mögliche Störungen der iranischen Exporte oder der Durchfahrt durch die Straße von Hormus ein“, erklärt Marktanalyst Tony Sycamore von IG. Citi-Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit für begrenzte US-Aktionen und Tanker-Beschlagnahmungen auf 70%.

Versorgungsengpässe verschärfen die Lage

Neben den geopolitischen Spannungen belasten reale Produktionsausfälle den Markt. In Kasachstan, Russland und Venezuela fielen im Januar zusammen 1,5 Millionen Barrel pro Tag aus. Das riesige Tengiz-Ölfeld in Kasachstan wird nach drei ungeklärten elektrischen Bränden schrittweise wieder hochgefahren – die volle Produktion soll in einer Woche erreicht sein. Die Ausfälle kosteten 7,2 Millionen Barrel Produktion.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Brent Crude?

Der Wintersturm Fern reduzierte die US-Rohöl- und Kondensatproduktion im Januar um geschätzte 340.000 Barrel pro Tag. Schlechtes Wetter traf auch die russischen Ölexporte. In Venezuela zwang die politische Umwälzung nach der Absetzung von Präsident Nicolás Maduro Anfang Januar zu Produktionskürzungen – allerdings lockerte die Trump-Administration am Donnerstag die Sanktionen gegen Venezuelas Ölindustrie weitreichend.

Ein überraschender Rückgang der US-Rohölbestände um 2,3 Millionen Barrel auf 423,8 Millionen Barrel in der Woche zum 23. Januar stützte die Preise zusätzlich. Analysten hatten mit einem Anstieg um 1,8 Millionen Barrel gerechnet.

JPMorgan-Analysten um Natasha Kaneva rechnen trotz allem nicht mit lang anhaltenden Versorgungsunterbrechungen: „Angesichts der erhöhten Inflation und der Zwischenwahlen erwarten wir keine anhaltenden Störungen. Falls es zu militärischen Aktionen kommt, dürften diese gezielt erfolgen und Irans Öl-Infrastruktur aussparen.“ Citi prognostiziert, dass eine weitere Eskalation Brent Crude in den nächsten drei Monaten auf bis zu 72 Dollar treiben könnte.

Brent Crude: Kaufen oder verkaufen?! Neue Brent Crude-Analyse vom 30. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Brent Crude-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Brent Crude-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Brent Crude: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Brent Crude Jahresrendite