Großbritanniens Arbeitsmarkt gewinnt an Schwung: Im September kletterten die Vermittlungen in feste Stellen so stark wie seit vier Jahren nicht mehr. Dass sich der Anstieg der Einstiegsgehälter zur selben Zeit erstmals seit Monaten abschwächte, dämpft den Inflationsdruck und entlastet die Geldpolitik.
Der Index für Festanstellungen stieg im September auf 50,9 Punkte, nach 50,5 Zählern im August. Werte oberhalb der Schwelle von 50 Punkten stehen für ein Wachstum am Markt. Damit markierte das Barometer den höchsten Stand seit September 2022 und legte den zweiten Monat in Folge zu.
IT und Ingenieure treiben den Einstellungsboom
Hinter der Belebung stehen expandierende Unternehmen und ein gestiegenes Geschäftsklima. Vor allem Fachkräfte in der Informationstechnologie sowie im Ingenieurwesen standen hoch im Kurs, getrieben von Impulsen rund um künstliche Intelligenz. Einen spürbaren Rückgang verzeichneten hingegen der Einzelhandel und das Gastgewerbe, wo die Personalanfragen am stärksten nachgaben.
Nachlassender Lohndruck beruhigt Währungshüter
Obwohl Arbeitgeber in hochqualifizierten Bereichen um Personal konkurrieren, verlangsamte sich das Lohnwachstum bei Festanstellungen zum ersten Mal seit vier Monaten. Auch die Bezahlung bei temporären Beschäftigungen legte verhaltener zu als zuvor.
Der Rückgang der gesamten Arbeitskräftenachfrage schwächte sich auf das geringste Niveau seit gut zwei Jahren ab. Die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte legte zwar weiter zu, verzeichnete jedoch den langsamsten Anstieg seit drei Jahren.
Für die Bank of England liefert das gebremste Gehaltswachstum ein wichtiges Signal bei der Einschätzung des binnenwirtschaftlichen Preisdrucks. Währungshüter hatten darauf gesetzt, dass eine Abkühlung am Arbeitsmarkt dazu beiträgt, ein Festsetzen der Inflation infolge gestiegener Energiepreise zu verhindern.


