Die Teuerung in Großbritannien klettert auf den höchsten Stand seit fünf Monaten, angetrieben von teureren Kraftstoffen. Dennoch dürfte die Bank of England ihren Leitzins vorerst unverändert bei 3,75 Prozent belassen. Der Grund dafür liegt im Kern der Daten: Während die Gesamtrate im August im Jahresvergleich von 2,9 auf 3,1 Prozent anzog, verharrte die Kerninflation stabil bei 2,6 Prozent.
Der Preisschub erfasst die breite Wirtschaft bislang nicht. Vor allem Transportkosten und Benzinpreise trieben die Teuerung weiter über das offizielle Inflationsziel von zwei Prozent. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent.
Druck im verarbeitenden Gewerbe
Ein anderes Bild zeigt sich an den vorgelagerten Stufen der Wertschöpfung. Die Einkaufspreise der Industrie stiegen im Jahresvergleich um 6,1 Prozent, nach 5,8 Prozent im Vormonat. Die Erzeugerpreise kletterten im gleichen Zeitraum um 3,7 Prozent.
Raffinierte Erdölprodukte machten auch hier den größten Teil des Zuwachses aus. Ökonomen rechnen damit, dass steigende Spritpreise die Gesamtrate im kommenden Monat noch auf 3,4 Prozent drücken könnten. Weil die Energiepreise jedoch noch nicht spürbar auf andere Bereiche des Warenkorbs übergreifen, sehen Marktbeobachter wenig Handlungsdruck für eine rasche Zinsstraffung.
Pfund gibt trotz Teuerung nach
An den Devisenmärkten sorgten die Daten für Ernüchterung. Anleger setzten nicht auf bald steigende Zinsen, das britische Pfund gab gegenüber wichtigen Währungen nach. Gegenüber dem US-Dollar fiel die Währung auf 1,3476 Dollar, während sie im Handel mit dem Euro auf 0,8569 Einheiten nachgab.
Die Bank of England gibt ihre Zinsentscheidung am Donnerstag, den 17. September 2026, bekannt. Es wird erwartet, dass die Notenbank ihren Leitzins zum sechsten Mal in Folge bei 3,75 Prozent belässt, die Entwicklung der Energiekosten aber mit erhöhtem Augenmerk verfolgen wird.


