Mehr Umsatz, weniger Gewinn für die Aktionäre — bei British American Tobacco geht die Rechnung im ersten Halbjahr nicht ganz auf. Der Konzernumbau kostet, und das macht sich in der Bilanz deutlich bemerkbar.

Umsatz wächst, Nettogewinn schrumpft um ein Drittel

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 1,4 Prozent auf 12,2 Milliarden britische Pfund. Treiber war erneut das Geschäft mit Zigarettenalternativen, während das klassische Tabakgeschäft weiter unter Druck steht. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn legte um 2,5 Prozent auf gut 5,4 Milliarden Pfund zu — ohne das kanadische Geschäft ergibt sich sogar ein Plus von 3,5 Prozent auf 5,3 Milliarden Pfund.

Das kanadische Geschäft klammert BAT bei der Gewinnprognose bewusst aus. Dort muss der Konzern erzielte Gewinne für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aufwenden, was die Zahlen verzerrt. Deutlich schmerzhafter fiel die Entwicklung beim Überschuss aus: Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn brach in den sechs Monaten bis Ende Juni um rund 30 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Pfund ein. Kosten für den laufenden Konzernumbau drückten hier besonders stark.

Unternehmenschef Tadeu Marroco bestätigte trotz der schwächeren Nettogewinn-Zahlen den Ausblick für das laufende Jahr. Beim Umsatz und beim bereinigten operativen Gewinn peilt BAT die unteren Enden der mittelfristigen Wachstumsziele an — drei bis fünf Prozent Umsatzwachstum, vier bis sechs Prozent beim bereinigten operativen Gewinn, jeweils währungsbereinigt. Die Aktie reagierte auf die Zahlen verhalten und gab in London nach.

Rechtsstreit in den USA nimmt neue Wendung

Parallel zu den Halbjahreszahlen beschäftigt ein US-Gerichtsurteil den Konzern. Ein Berufungsgericht in Denver entschied mit knapper Mehrheit, dass BAT sich einer Sammelklage wegen der Kennzeichnung von Natural-American-Spirit-Zigaretten stellen muss. Verbraucher aus zwölf US-Bundesstaaten werfen der BAT-Tochter Reynolds American vor, mit Begriffen wie „additivfrei“ und „natürlich“ den Eindruck vermittelt zu haben, die Zigaretten seien gesünder als andere Marken.

Das Gericht bestätigte die Zulassung einer Sammelklage zum Menthol-Aspekt und öffnete zugleich die Tür für eine breitere Klage rund um die „sicherere Zigarette“-These, die ein untergeordnetes Gericht zuvor abgelehnt hatte. Ein abweichendes Votum eines Richters hielt den Fall sogar für reif für den Supreme Court. Der Fall geht nun zur weiteren Prüfung zurück an die Vorinstanz — ein Ausgang ist offen.

Für BAT-Aktionäre bleiben damit zwei Baustellen parallel im Blick: die operative Entwicklung mit klarem Fokus auf rauchfreie Produkte und die juristischen Altlasten in den USA, die das Nettoergebnis weiterhin belasten dürften.