Broadcom liefert auf der einen Seite Quartalsergebnisse, die kaum besser sein könnten. Auf der anderen Seite droht in Brüssel Ungemach: Eine frisch eingereichte Kartellbeschwerde gegen die VMware-Lizenzpolitik des Unternehmens könnte die Aufmerksamkeit der EU-Kommission auf sich ziehen — und das kurz vor einem entscheidenden Stichtag.
Die Beschwerde aus Brüssel
Die europäische Branchenvereinigung CISPE, die knapp 50 Cloud-Anbieter vertritt, hat bei der EU-Kommission Beschwerde gegen Broadcom eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen missbrauche seine Marktstellung bei VMware-Produkten. Konkret geht es um die Schließung des VMware Cloud Service Provider-Programms (VCSP) im Januar 2026, das europäischen Cloud-Anbietern den Weiterverkauf von VMware-Produkten ermöglichte.
Seit der 69-Milliarden-Dollar-Übernahme von VMware im Oktober 2023 hätten sich die Preise verzehnfacht, Zahlungen würden im Voraus verlangt, und Produkte würden unabhängig vom tatsächlichen Bedarf gebündelt — so die Darstellung von CISPE. Die Folge: Die meisten europäischen Cloud-Anbieter können VMware-Produkte schlicht nicht mehr verkaufen.
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Die EU-Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde und prüft diese nach Standardverfahren. Ob daraus eine formelle Untersuchung wird, ist offen.
Broadcom weist die Vorwürfe zurück. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete CISPE als von Hyperscalern finanzierte Organisation, die die Marktrealitäten verzeichne. Das Unternehmen investiere gezielt in europäische VMware-Partner, um Alternativen zu großen Cloud-Anbietern wie AWS, Microsoft oder Google zu stärken.
Rekordquartal auf der Chip-Seite
Während der Rechtsstreit schwelt, läuft das Halbleitergeschäft auf Hochtouren. Im ersten Quartal erzielte Broadcom einen Gesamtumsatz von 19,3 Milliarden Dollar — ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA stieg um 30 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar, was 68 Prozent des Umsatzes entspricht.
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Besonders das KI-Segment übertraf die eigenen Erwartungen: Der KI-Umsatz verdoppelte sich mehr als — ein Plus von 106 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar, getragen von starker Nachfrage nach Custom-AI-Chips und KI-Netzwerklösungen. CEO Hock Tan prognostiziert für das zweite Quartal einen Umsatz von 22 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche.
Stichtag 31. März
Die Kartellbeschwerde trifft Broadcom zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das VCSP-Programm läuft offiziell zum 31. März aus — alle laufenden Transaktionen müssen bis dahin abgeschlossen sein. CISPE fordert von der EU-Kommission eine einstweilige Verfügung, die Broadcom zur Wiederaufnahme des Programms zwingt und Partner vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen schützt.
Die Aktie notiert aktuell rund 24 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs und hat seit Jahresbeginn etwa neun Prozent verloren. Das starke KI-Geschäft und die regulatorischen Risiken auf der Softwareseite entwickeln sich damit zunehmend zu zwei gegenläufigen Kräften, die den Investmentcase prägen. Ob Brüssel vor dem 31. März noch eingreift, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
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