Bundesbank erwartet schwächeres Wachstum im Sommer

Niedrigwasser, schwacher Konsum und geringere Exporte bremsen die deutsche Wirtschaft vorübergehend, während der Bau Erholungssignale sendet.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Drittes Quartal mit geringem Wirtschaftszuwachs
  • Rhein-Niedrigwasser erschwert Vorproduktetransporte
  • Baugewerbe liefert positive Konjunkturimpulse
  • Inflation bleibt wegen Energiepreisen erhöht

Nach Zuwächsen von 0,4 Prozent und 0,3 Prozent in den ersten beiden Quartalen verliert die deutsche Wirtschaft im Spätsommer vorübergehend an Schwung. Ihren Erholungskurs verlässt sie nach Einschätzung der Bundesbank aber nicht. Für das laufende dritte Quartal rechnet die Zentralbank saisonbereinigt zwar nur mit einer leichten Expansion des Bruttoinlandsprodukts, stellt für die Schlussmonate des Jahres jedoch wieder ein höheres Expansionstempo in Aussicht.

Niedrigwasser und Kaufkraftverlust dämpfen die Konjunktur

Für die langsamere Gangart machen die Währungshüter vor allem temporäre Sonderfaktoren verantwortlich. Nach einem sehr trockenen Sommer führt der Rhein Niedrigwasser, was die Binnenschifffahrt behindert und den Transport von Vorprodukten erschwert. Diese Engpässe zeigten sich bereits im Juli in einer schwachen Industrieproduktion. Parallel dazu tragen die Exporte im dritten Quartal voraussichtlich weniger zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei.

Auch von den Verbrauchern kommen derzeit kaum Impulse. Das Auslaufen des Tankrabatts dämpfte den Einzelhandel zu Beginn des Quartals spürbar. Hinzu kommen hohe Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten, die das Budget der privaten Haushalte belasten. Im August lag die Teuerungsrate bei 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Bauwirtschaft stützt, Inflationsdruck hält an

Einen Lichtblick liefert das Baugewerbe, dessen Produktion im Juli kräftig zulegte. Hier rechnen die Experten mit einer fortgesetzten Erholung. Bei den Preisen zeichnet sich dagegen keine schnelle Entspannung ab. Länger anhaltend hohe Kosten für Rohöl, Gas und Strom verzögern die Rückkehr der Inflation zum Zielwert von zwei Prozent. Im ersten Halbjahr 2027 dürften Reformen im Gesundheitsbereich und bei der Apothekenversorgung die Teuerung zusätzlich antreiben.

Ob der Dämpfer im vierten Quartal tatsächlich überwunden wird, hängt vor allem an den Pegelständen der Wasserstraßen und der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Setzen die erwarteten Aufholeffekte ein, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt: Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für das Gesamtjahr mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent, nachdem die deutsche Wirtschaft im Vorjahr lediglich um 0,2 Prozent expandiert hatte.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.