Sportlich Platz zwei, wirtschaftlich rote Zahlen: Borussia Dortmund zeigt mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26, wie stark der sportliche Erfolg in der Champions League die Bilanz eines Bundesligisten prägt. Ein verpasstes Achtelfinale reichte, um aus einem Millionengewinn einen zweistelligen Verlust zu machen.

Champions-League-Aus kostet Millionen

Der Konzernumsatz sank um 12 Prozent auf 460,5 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Fehlbetrag von 21,7 Millionen Euro – im Vorjahr hatte der BVB noch 6,5 Millionen Euro Gewinn erzielt.

Hauptgrund war die Königsklasse: Nach einem 2:0-Hinspielsieg gegen Atalanta Bergamo verlor Dortmund das Rückspiel mit 1:4 und schied in den Play-offs aus, nachdem man ein Jahr zuvor noch das Viertelfinale erreicht hatte.

Die geringeren Champions-League-Erlöse schlugen laut Finanzchef Thomas Treß mit 31,4 Millionen Euro zu Buche. Auch im DFB-Pokal war früh Schluss, was zusätzlich belastete. Die TV-Vermarktung brach entsprechend deutlich ein, während die Werbeeinnahmen erneut zulegten – ein Lichtblick in einer sonst schwierigen Bilanz.

Auf der Kostenseite zeigt der Verein Wirkung: Die Personalaufwendungen sanken, ebenso die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Wegen des Jahresfehlbetrags auf HGB-Basis kann für 2025/26 keine Dividende vorgeschlagen werden.

Management setzt auf Trendwende

Geschäftsführungssprecher Carsten Cramer bezeichnete die Bundesliga-Saison mit 73 Punkten und Platz zwei als „beeindruckend“, räumte aber ein, dass die Erwartungen in Champions League und Pokal sportlich wie wirtschaftlich verfehlt wurden. Den Verlust nannte er „kein gutes Ergebnis“, aber keinen Grund zur Sorge. Man habe die Mannschaft verstärkt und die Abhängigkeit von hohen Transfereinnahmen reduziert.

Für die laufende Saison peilt der Verein sportlich einen Platz unter den ersten drei sowie mindestens das Achtelfinale in Pokal und Champions League an. Wirtschaftlich rechnet das Management mit einer schwarzen Null oder einem Gewinn von bis zu zehn Millionen Euro, der Umsatz soll auf 485 bis 495 Millionen Euro steigen.

Die Aktie reagierte auf die Zahlen kaum – zuletzt notierte sie bei 3,17 Euro und damit nur marginal im Minus. Ob die angepeilte Rückkehr in die Gewinnzone gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie weit Dortmund in der laufenden Champions-League-Saison kommt – die Prognose des Managements steht unter ausdrücklichem Vorbehalt sportlicher Ergebnisse.