Starke Exportzahlen treffen auf einen massiven Gewinneinbruch. Bei BYD klaffen operative Realität und Börsenkurs weit auseinander. Heute blicken Anleger nach Shenzhen zur Hauptversammlung. Dort stehen weitreichende Entscheidungen an.
Kapitalstruktur auf dem Prüfstand
Das Management bittet die Aktionäre um umfassende Vollmachten. Der Vorstand will bis zu 20 Prozent neue H-Aktien ausgeben dürfen. Das entspricht rund 737 Millionen neuen Papieren. Ferner plant BYD eine Schuldenaufnahme von bis zu 50 Milliarden Renminbi.
Die Instrumente reichen von kurzfristigen Papieren bis zu Wandelanleihen. Als Ausgleich winkt eine Dividende. Aktionäre sollen 3,58 Renminbi je zehn Aktien erhalten. Die Ausschüttung beläuft sich auf insgesamt gut drei Milliarden Renminbi.
Für einkommensorientierte Investoren drängt die Zeit. Die Aktie wird am 11. Juni ex-Dividende gehandelt. Aktuell notiert das Papier bei 9,80 Euro. Damit bewegt sich der Kurs gefährlich nah am 52-Wochen-Tief von 9,51 Euro.
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Seit dem Hoch im Juni 2025 hat der Autobauer fast 78 Prozent an Wert verloren. Der Grund für den Absturz liegt im Heimatmarkt. Im ersten Quartal brach der Nettogewinn um 55 Prozent ein. Ein harter Preiskrieg in China drückt die Margen.
Dabei liefert der Konzern im Ausland Rekorde. Im Mai verschiffte BYD über 160.000 Fahrzeuge nach Übersee. Das entspricht einem Plus von 80 Prozent.
Parallel dazu schwächelt das Inlandsgeschäft massiv. Die Verkäufe in China fielen um 24 Prozent auf rund 222.000 Einheiten. Der chinesische Gesamtmarkt für Elektroautos wuchs im selben Zeitraum. Die Folge: BYD verliert auf dem wichtigsten Heimatmarkt spürbar Marktanteile.
Angriff mit neuer Technologie
Gegen den finanziellen Druck setzt das Management auf eine massive Technologie-Offensive. BYD übernimmt in China die volle finanzielle Haftung für Unfälle. Das gilt, wenn das eigene Assistenzsystem aktiv war. Einen solchen Schritt hat Konkurrent Tesla bisher vermieden.
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Herzstück der Strategie ist der neue Xuanji-A3-Chip. Er liefert 700 TOPS an Rechenleistung und wird bereits produziert. Das System kostet nur ein Drittel der Konkurrenzprodukte von Nvidia.
Diesen Preisvorteil reicht der Autobauer direkt an die Kunden weiter. Das Fahrassistenzsystem kostet umgerechnet rund 1.770 US-Dollar. Tesla verlangt für sein Paket in China fast das Fünffache.
Trotz der operativen Probleme bleiben Analysten optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 124 Hongkong-Dollar. Aktuell raten 25 Experten zum Kauf der Aktie. Nur ein Analyst empfiehlt den Verkauf.
Die Aktionäre entscheiden heute über die künftige Kapitalstruktur. Stimmen sie der Kapitalerhöhung zu, droht den bestehenden Anteilseignern eine spürbare Verwässerung. Kurzfristig rückt jedoch der 11. Juni in den Fokus. Dann zeigt sich, wie der Markt den Dividendenabschlag verarbeitet.
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