Noch nie hat BYD so viele Autos ins Ausland verkauft. Und noch nie war der Kontrast zur Lage im Heimatmarkt so scharf.
Im April 2026 kletterten die Exporte auf ein Allzeithoch von 135.098 Einheiten — ein Plus von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert von Januar bis April lieferte BYD rund 456.000 Fahrzeuge ins Ausland, fast 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Acht Monate Rückgang in Folge
Zuhause läuft es anders. Zum achten Mal in Folge sanken die Inlandsverkäufe. Im April lieferte BYD 314.100 Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge in China aus — 15,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Von Januar bis April summierten sich die Inlandsverkäufe auf gut eine Million Fahrzeuge, ein Rückgang von 26,4 Prozent.
Der Marktanteil in China ist auf 7,1 Prozent gefallen. Volkswagen und Geely liegen inzwischen vor BYD. Heimische Konkurrenten wie Leapmotor und Zeekr meldeten im April sogar Monatsrekorde.
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Ursachen sind bekannt: ein brutaler Preiskampf, das Auslaufen staatlicher Förderung für Elektrofahrzeuge und steigende Kosten in der Lieferkette.
Preiserhöhung als Margensignal
BYD reagiert. Zum 1. Mai hob der Konzern den Preis seines Fahrassistenzsystems „God’s Eye B“ von 9.900 auf 12.000 Yuan an. Der Schritt ist klein, aber aussagekräftig: BYD will mehr Erlös pro Fahrzeug erzielen, statt weiter im Preiskampf mitzumachen. Parallel bringt das Unternehmen neue Modelle mit Ultraschnellladetechnik und der zweiten Generation der Blade-Batterie auf den Markt.
Europäische Fabrik im Fokus
Die Exportoffensive hat einen Schatten. BYD ist das erste chinesische Unternehmen, das im Europäischen Parlament wegen Vorwürfen von Arbeitsrechtsverstößen thematisiert wurde. Hintergrund ist eine Untersuchung zu den Arbeitsbedingungen am Werksstandort im ungarischen Szeged. Das Werk soll bei voller Auslastung 300.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren.
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Ein in dem Bericht genannter Auftragnehmer, AIM Construction Hungary, gehört zur Jinjiang Construction Group — derselben Firma, die 2024 in einen Skandal um BYDs Fabrik in Brasilien verwickelt war. Brasilianische Behörden sprachen damals von Bedingungen, die der Sklaverei ähnelten. BYD äußerte sich dazu nicht.
Analysten uneins
Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 134 Hongkong-Dollar fest und bewertet die Aktie mit „Buy“. Die Bank sieht das erste Quartal 2026 als Tiefpunkt und erwartet eine schrittweise Erholung im weiteren Jahresverlauf. BNP Paribas ist deutlich skeptischer: Das Institut stuft die Aktie mit „Underperform“ ein und nennt ein Kursziel von 87 Hongkong-Dollar — das niedrigste unter den Analysten nach den Quartalsergebnissen. Der Konsens aus 25 Analysten liegt bei 124 Hongkong-Dollar.
Die Aktie notierte zuletzt bei rund 99 Hongkong-Dollar — weit entfernt vom Hoch über 465 Hongkong-Dollar Mitte 2025. BYD selbst gibt sich beim Auslandsgeschäft zuversichtlich: Das Ziel von 1,5 Millionen Exportfahrzeugen für 2026 sei erreichbar, erklärte das Management nach den Quartalsergebnissen. Ob das reicht, um den strukturellen Einbruch im Heimatmarkt aufzufangen, wird sich spätestens mit den Halbjahreszahlen zeigen.
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