Operativ jagt BYD von einem Rekord zum nächsten. Der Konzern baut seine Präsenz in Südamerika massiv aus. An der Börse herrscht indes Katerstimmung. Zwischen den globalen Ambitionen und dem Aktienkurs klafft eine gewaltige Lücke.

Angriff auf den brasilianischen Markt

Das Management forciert die Lokalisierung in Brasilien. Bis Anfang 2027 sollen die dort gebauten Autos zur Hälfte aus heimischen Teilen bestehen. Dafür fließt rund eine Milliarde US-Dollar in das Hauptwerk in Camaçari. Das Ziel: BYD will bis 2030 die meistverkaufte Automarke des Landes werden.

Parallel dazu erschließt der Konzern neue Geschäftsfelder. BYD plant eine eigene Produktionslinie für große Batteriespeicher. Diese Anlagen sollen Strom für das brasilianische Stromnetz puffern. Das Land kämpft oft mit Schwankungen bei Solar- und Windenergie. BYD investiert hierfür knapp 100 Millionen US-Dollar.

Im Dezember steht die erste staatliche Auktion für Industriespeicher an. Bis dahin will das Unternehmen einen konkreten Produktionsstandort festlegen.

Rekordzahlen treffen auf Kurstief

Diese Milliarden-Offensive verpufft am Aktienmarkt völlig. Der Kurs rutschte zuletzt auf 9,03 Euro ab und kratzt am 52-Wochen-Tief. Damit notiert das Papier fast 40 Prozent unter seinem Jahreshoch. Ein RSI-Wert von 27 signalisiert mittlerweile einen stark überverkauften Zustand.

Konzernchef Wang Chuanfu hält die Aktie für massiv unterbewertet. Auf der jüngsten Hauptversammlung bat er die Aktionäre um Geduld. Die operativen Daten stützen seinen Optimismus.

Im Mai stiegen die Exporte um satte 80 Prozent auf über 160.000 Fahrzeuge. Für das laufende Jahr peilt Wang nun mehr als 1,5 Millionen verkaufte Autos im Ausland an.

Der Blick des Gründers reicht weit über die aktuelle Kursschwäche hinaus. Wang will BYD bis spätestens 2031 zum größten Autobauer der Welt machen. Die aggressive Expansion in Brasilien liefert dafür den nächsten handfesten Baustein.