BYD hat am 23. Juli 2026 das 10.000ste Exemplar seines neuen Flaggschiff-SUV Da Tang ausgeliefert. Das Modell war erst am 17. Juni auf den Markt gekommen, wie CnEVPost berichtet. Für den chinesischen Autobauer ist der schnelle Absatz ein Achtungserfolg in einem Marktumfeld, das dem Unternehmen zuletzt zunehmend zusetzt.

Reichweite von 950 Kilometern als Verkaufsargument

Der Da Tang wird laut CnEVPost in Preislagen zwischen 239.900 und 309.900 Yuan angeboten und soll mit einer Reichweite von 950 Kilometern sowie einer Schnellladefunktion punkten, die den Akku in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent bringt. Mehr als 150.000 Vorbestellungen sollen bereits vorliegen. Eigentümer des Fahrzeugs ist laut Bericht Dong Lu. Das Flaggschiff soll BYD helfen, im hart umkämpften chinesischen Premiumsegment für Neuenergiefahrzeuge Boden gutzumachen.

Heimatmarkt schwächelt, globales Volumen rückläufig

Die Notwendigkeit dazu zeigen die jüngsten Absatzzahlen. Im Juni verkaufte BYD nach eigenen Angaben 403.472 Neuenergiefahrzeuge, ein Plus von 5,46 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der heimische Absatz in China brach im gleichen Zeitraum jedoch um 22,02 Prozent auf 228.123 Fahrzeuge ein. Über das erste Halbjahr 2026 kam BYD weltweit auf 1.808.511 verkaufte Neuenergiefahrzeuge – ein Rückgang von 15,72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Konzern kompensiert die Schwäche im Inland damit bislang nur teilweise über das Auslandsgeschäft.

Europa wächst, doch Tesla zieht im Juni wieder vorbei

Auf dem europäischen Markt bleibt BYD auf Wachstumskurs. Nach Daten der europäischen Herstellervereinigung ACEA kam der Hersteller im ersten Halbjahr 2026 in der EU auf 130.743 Neuzulassungen, ein Anstieg von 168,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bei einem Marktanteil von 2,2 Prozent. Im Juni allein legten die BYD-Zulassungen um 199,3 Prozent auf 30.791 Einheiten zu, der Marktanteil kletterte auf 2,7 Prozent. Damit wuchs BYD im Gesamtmarkt, der in der EU im ersten Halbjahr um 5,7 Prozent zulegte, deutlich stärker als der Durchschnitt.

Allerdings musste sich BYD im Juni beim Monatsvergleich Tesla wieder geschlagen geben: Der US-Rivale kam laut ACEA auf 35.348 EU-Neuzulassungen, ein Plus von 72,1 Prozent, und übernahm damit die monatliche Führung unter den beiden Elektroauto-Anbietern zurück. Tesla hatte im ersten Halbjahr insgesamt 124.242 Fahrzeuge in der EU zugelassen, ein Zuwachs von 75,4 Prozent, bei einem Marktanteil von 2,1 Prozent – knapp unter dem von BYD. Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge am gesamten EU-Neuwagenmarkt stieg im ersten Halbjahr auf 20,7 Prozent, nach 15,6 Prozent im Vorjahr.

Aktie unter Druck trotz operativer Fortschritte

An der Börse spiegelt sich die Gemengelage aus Wachstumssignalen in Europa und Absatzschwäche im Heimatmarkt in einem angeschlagenen Kursverlauf wider. Die BYD-Aktie notiert aktuell bei 9,79 Euro und liegt damit auf Zwölfmonatssicht 32,04 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch von 14,61 Euro, das am 23. Juli 2025 markiert wurde, trennen das Papier derzeit 33,00 Prozent. Anleger bewerten die Kombination aus rückläufigem Inlandsgeschäft und stagnierendem globalem Volumen offenbar vorsichtiger als die Erfolgsmeldungen zu neuen Modellen wie dem Da Tang oder die Europa-Expansion es nahelegen würden.

Für BYD dürfte die Frage, ob sich das starke Auslandswachstum in den kommenden Quartalen fortsetzt und den schwächelnden Heimatmarkt kompensieren kann, entscheidend für die weitere Kursentwicklung bleiben. Die im Juni verschärfte Konkurrenzsituation in Europa, wo neben Tesla auch andere chinesische Hersteller wie SAIC und Leapmotor deutlich zulegten, macht deutlich, dass BYD sein Wachstumstempo dort nicht unangefochten fortsetzen kann.