BYD Aktie: 12.000 RMB für God’s Eye B inklusive LiDAR

BYD präsentiert eigenen 4nm-Chip und übernimmt als erster Hersteller die Haftung bei Unfällen im autonomen Stadtverkehr.

BYD Aktie
Kurz & knapp:
  • Eigener 4nm-Chip Xuanji A3 vorgestellt
  • Volle Haftung für autonomes Fahren
  • Milliarden-Investition in Forschung
  • Analysten sehen Kurspotenzial von 48%

BYD hat die Spielregeln im Rennen um autonomes Fahren neu gesetzt. Am 28. Mai 2026 stellte der Konzern in Shenzhen seine „Dare to Be“-Strategie vor — und lieferte dabei zwei Ankündigungen, die die Branche aufhorchen lassen dürften.

Chinas schnellster Automobilchip

Im Zentrum steht der Xuanji A3: Chinas erster selbst entwickelter 4nm-Chip für intelligentes Fahren. In einer Drei-Chip-Konfiguration erreicht das System über 2.100 TOPS Rechenleistung. Zum Vergleich: Li Autos Mach 100 kommt auf 1.280 TOPS, Xpengs Turing-Chip auf 750 TOPS.

Die Effizienzgewinne sind beträchtlich. Der Chip verbraucht 20 % weniger Energie als vergleichbare Systeme. Die Recheneffizienz stieg durch optimierte Algorithmen um 100 %. Die Latenzzeit zwischen Cockpit, Fahrassistenz und Antrieb liegt bei nur 8 Mikrosekunden. Citi-Analysten schätzen, dass BYD damit die Hardwarekosten auf ein Drittel gegenüber externen Lösungen wie Nvidia Thor drückt.

Weltpremiere: Vollhaftung im Stadtverkehr

Das zweite Signal ist noch ungewöhnlicher. BYD übernimmt als erster Hersteller weltweit die volle Haftung für Unfälle im autonomen Fahrmodus — konkret für das „God’s Eye“-System der Versionen A und B im Stadtverkehr. Die Garantie gilt ein Jahr, ohne Obergrenze.

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Dahinter steckt eine enorme Datenbasis. Bereits 3,15 Millionen BYD-Fahrzeuge mit intelligenten Assistenzsystemen sind auf Chinas Straßen unterwegs. Sie generieren täglich über 200 Millionen Kilometer an Fahrdaten. Das zahlt sich aus: Die Nutzung der intelligenten Parkfunktion kletterte von 21 % auf 93 %.

Das „God’s Eye B“-Paket inklusive LiDAR bietet BYD nun für alle Modelle an — sogar für den Einstiegspreis-Seagull. Der Pauschalpreis: 12.000 RMB, umgerechnet rund 1.660 US-Dollar.

Milliarden für die „zweite Hälfte“

BYD nennt die nächste Phase intern „Zweite Hälfte der Intelligenz“. Das Ziel: null Unfälle. Für die kommenden drei Jahre plant der Konzern mehr als 100 Milliarden Yuan — rund 14,75 Milliarden US-Dollar — für Forschung und Entwicklung. Über 7.000 Ingenieure arbeiten an Halbleitern, mehr als 5.000 Spezialisten an Fahrerassistenzsystemen.

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Die Aktie (1211.HK) reagierte moderat: Am Freitag schloss sie 1,11 % höher bei 91,30 HKD. Das Handelsvolumen lag bei 51 Millionen Aktien. Kein Kursfeuerwerk — aber auch kein Widerspruch zur Strategie.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt in den Quartalszahlen. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn um 55,4 % auf 4,08 Milliarden Yuan ein. Der Umsatz sank um 11,82 % auf 150,22 Milliarden Yuan. Der Preiskampf in Chinas Automarkt hinterlässt Spuren.

Analysten trennen dennoch klar zwischen kurzfristigem Druck und langfristiger Positionierung. CLSA und Citic Securities bestätigten Ende Mai ihre Kaufempfehlungen mit einem Kursziel von jeweils 130 HKD. DBS setzt die Latte mit 135 HKD noch etwas höher — gegenüber dem aktuellen Kurs entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 48 %.

Für Dezember 2026 plant BYD ein umfangreiches OTA-Update für das „God’s Eye C“-System. Parallel dazu setzt der Konzern bereits humanoide Roboter vom Typ AgiBot A2 in eigenen Produktionsstätten ein — mit 200 TOPS Rechenleistung, um die Fertigung weiter zu automatisieren.

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