Starke Exportzahlen auf der einen Seite, harte Strafzölle auf der anderen. Bei BYD prallen operative Erfolge und geopolitische Realitäten aufeinander. Das drückt den Aktienkurs tief in den roten Bereich.
Politischer Gegenwind wächst
Der chinesische Premierminister Li Qiang wehrt sich. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Dalian verteidigte er am 24. Juni den technologischen Aufstieg Chinas. Westliche Vorwürfe über unfaire Staatshilfen für die Elektroauto-Industrie wies er zurück. Die Wettbewerbsfähigkeit basiere auf dem großen Heimatmarkt und purer Innovationskraft. Alle Subventionen seien WTO-konform.
Für BYD ist diese politische Debatte hochrelevant. Die Europäische Union hat kürzlich Ausgleichszölle von 17 Prozent auf Elektroautos des Konzerns verhängt. Brüssel sieht darin eine Antwort auf subventionierte Konkurrenz. Diese Maßnahme verteuert die Fahrzeuge in Europa. Die Folge: Margen und Preismacht von BYD geraten unter Druck.
Export als zweischneidiges Schwert
Operativ stützt das Auslandsgeschäft den Konzern massiv. Im Mai verkaufte BYD insgesamt knapp 383.500 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Davon gingen mehr als 160.600 Autos in den Export.
Auf das bisherige Jahr gerechnet zeigt sich ein schwächeres Bild. Bis Ende Mai sanken die weltweiten Verkäufe um gut 20 Prozent auf rund 1,4 Millionen Einheiten. Der Export muss diese Lücke schließen. Genau das macht das Unternehmen extrem anfällig für neue Handelsbarrieren.
Kurs am Abgrund
An der Börse dominiert die Skepsis. Aktuell notiert das Papier bei 8,52 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits 22 Prozent an Wert verloren.
Die Fallhöhe ist gering. Mit dem aktuellen Kurs ist das 52-Wochen-Tief von 8,37 Euro gefährlich nah. Ein RSI-Wert von 24,4 signalisiert zwar eine stark überverkaufte Situation. Ein technischer Gegenstoß bleibt bisher aus.
Die Fronten zwischen Peking und Brüssel verhärten sich. Solange die Unsicherheit über künftige Zölle anhält, bleibt der Exportmotor von BYD ein Risikofaktor. Fällt die Aktie unter die Unterstützung bei 8,37 Euro, droht ein weiterer technischer Abverkauf.
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