BYD hat im zweiten Quartal 2026 den Nettogewinn um 30 Prozent auf 8,2 Milliarden Yuan gesteigert und damit vier aufeinanderfolgende Quartale mit Rückgängen beendet. Der Umsatz sank dagegen um 3,2 Prozent auf 194,6 Milliarden Yuan. Für Anleger ist das ein zwiespältiges Signal: Der Konzern kehrt zwar auf den Wachstumspfad zurück, verfehlt aber die Erwartungen der Wall Street deutlich.
Gewinnrebound bleibt hinter Prognosen zurück
Analysten von Morgan Stanley, UBS, Citi, Deutsche Bank und CMBI hatten im Schnitt mit einem Gewinnwachstum von 48 Prozent gerechnet. Die tatsächlichen 30 Prozent liegen deutlich darunter.
Das Wall Street Journal und Bloomberg ordneten die Zahlen ähnlich ein: Exporte und margenstärkere Auslandsverkäufe hätten die schwächere Nachfrage im Heimatmarkt China abgefedert, aber eben nicht vollständig kompensiert. Die Bruttomarge im ersten Halbjahr verbesserte sich auf 18,85 Prozent, getrieben vor allem vom Auslandsgeschäft, das dort sogar auf 22 Prozent kletterte.
Die Zahlen bestätigen einen Trend, der sich schon seit Wochen abzeichnet: BYD verlagert sein Wachstum zunehmend nach Übersee. Im ersten Halbjahr sprangen die Auslandsauslieferungen um 71 Prozent auf mehr als 790.000 Fahrzeuge, was 44 Prozent der Gesamtverkäufe entspricht. Das Auslandsgeschäft steuerte bereits 53 Prozent des Konzernumsatzes bei.
Europa als Wachstumsmotor, aber mit Bremsspuren
Reuters berichtete am Montag vergangener Woche, dass BYD in Ungarn neue Produktionskapazitäten aufbaut – vor dem Hintergrund verschärfter Handelsspannungen zwischen China und der EU. Ein parallel verfolgtes Werksprojekt in der Türkei hat der Konzern dagegen pausiert, um sich auf den Ausbau in Ungarn zu konzentrieren. Die dortige Fabrik soll die europäische Fertigung stärken und Zölle umgehen, mit denen Brüssel chinesische Elektrofahrzeuge belegt.
Dass diese Strategie greift, zeigen die Zulassungszahlen: In Europa stiegen BYDs batterieelektrische Zulassungen im Juli laut Reuters um 221,8 Prozent im Jahresvergleich, der Marktanteil erreichte 2 Prozent. Auch in Lateinamerika treibt BYD die Lokalisierung voran – in Brasilien stellte der Konzern kürzlich einen im Land gefertigten Plug-in-Hybrid vor, der mit drei verschiedenen Kraftstoffarten betrieben werden kann.
Wettbewerbsdruck im Heimatmarkt bleibt hoch
Konzernchef Wang Chuanfu hatte bereits in diesem Jahr vor einem „Fieberhöhepunkt“ im chinesischen Automarkt gewarnt und von einer brutalen „K.-o.-Phase“ gesprochen, wie Reuters Breakingviews zitierte. Diese Einschätzung deckt sich mit dem schrumpfenden Inlandsumsatz, den die jüngsten Quartalszahlen belegen. Der Auslandsmarkt wird damit zum entscheidenden Hebel, um die Profitabilität zu stützen.
An der Börse spiegelt sich diese gemischte Gemengelage wider: Die Aktie schloss am Freitag bei 9,92 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent auf Tagessicht. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 7,3 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro liegt das Papier gut ein Fünftel im Minus.
Der Kurs notiert derzeit knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,65 Euro, aber unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,44 Euro – ein Zeichen dafür, dass die mittelfristige Erholung noch nicht als gefestigt gelten kann. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die Auslandsexpansion schnell genug wächst, um die Schwäche im Heimatmarkt dauerhaft zu kompensieren.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 31. August liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

