BYD hat die technischen Daten seiner neuen Oberklasse-Limousine Da Han offiziell veröffentlicht. Lu Tian, Generalmanager für den Vertrieb der Dynasty-Serie, präsentierte das Modell am Freitag mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern nach chinesischem CLTC-Zyklus. Der Wagen, intern auch unter dem Codenamen „Series 9“ bekannt, positioniert sich als neues Flaggschiff der Dynasty-Baureihe und soll BYD im Premiumsegment gegen Mercedes-Benz in Stellung bringen.

Über fünf Meter Länge und 3,8 Sekunden auf Tempo 100

Die Limousine misst 5.256 Millimeter in der Länge, 1.999 Millimeter in der Breite und 1.510 Millimeter in der Höhe, der Radstand liegt bei 3.130 Millimetern. In der Allradversion beschleunigt der Da Han in 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h. Das Design folgt der markentypischen „Dragon Face“-Optik mit Fastback-Silhouette und versenkten Türgriffen.

BYD bietet den Da Han sowohl als reinen Stromer als auch als Plug-in-Hybrid an. Bei den EV-Varianten steht eine Allrad-Topversion mit LiDAR und 800 Kilometern Reichweite einer heckgetriebenen Premiumausführung gegenüber, die dank geringerem Verbrauch auf die genannten 1.008 Kilometer kommt. Beide Versionen setzen auf die zweite Generation der firmeneigenen Blade-Batterie sowie auf Schnellladetechnik, mit der sich der Akku laut Herstellerangaben in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent aufladen lässt. Der PHEV-Ableger kombiniert einen 1,5-Liter-Turbomotor mit einer 54,489-kWh-LFP-Batterie und kommt rein elektrisch auf 470 Kilometer; der Einstiegspreis liegt bei rund 300.000 Yuan, umgerechnet etwa 44.100 US-Dollar.

Für das autonome Fahren rüstet BYD den Da Han mit dem Assistenzsystem DiPilot 5.0 aus, das Streckenführung auf Autobahnen und in Städten übernehmen soll, ergänzt um LiDAR-Sensorik der „God’s Eye“-Plattform und Hinterachslenkung. Erste offizielle Bilder des Fahrzeugs waren bereits im Juni veröffentlicht worden, die vollständigen technischen Daten folgten nun am Freitag.

Ladewettlauf unter chinesischen Herstellern spitzt sich zu

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der sich chinesische Autobauer bei der Ladegeschwindigkeit gegenseitig überbieten. Der Konkurrent Hongqi testete zusammen mit CNET eine neue Batterie, die in drei Minuten und 41 Sekunden von 10 auf 70 Prozent lädt und in gut acht Minuten die 97-Prozent-Marke erreicht – die Technik ist allerdings noch nicht kommerzialisiert. BYDs zweite Blade-Generation schafft den Sprung von 10 auf 70 Prozent in etwa fünf Minuten, während CATL mit seinen 5C-Zellen für Marken wie Zeekr und Li Auto zehn bis elf Minuten für 10 bis 80 Prozent benötigt. Der Da Han zeigt damit, dass BYD im Tempo der Ladeinnovation weiterhin mit an der Spitze liegt, auch wenn Wettbewerber wie Hongqi mit Blick auf Europa und den Nahen Osten aufholen.

Aktie zeigt sich nach starkem Lauf stabil

An der Börse hat sich das Papier zuletzt gefestigt. Am Donnerstag schloss die BYD-Aktie bei 10,40 Euro, nach einem Plus von knapp 20 Prozent auf Monatssicht. Damit notiert der Titel nur noch geringfügig unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 10,56 Euro, was auf eine beginnende technische Stabilisierung nach schwächeren Vormonaten hindeutet. Der jüngste Modellvorstoß mit dem Da Han unterstreicht, dass BYD trotz eines insgesamt volatilen Kursjahres an seiner Modelloffensive im Premiumsegment festhält und mit Reichweite sowie Ladetempo weiterhin technologische Maßstäbe setzen will.